Antibiotika wird in der modernen Schulmedizin zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen eingesetzt. Eine optimale Wirkung kann allerdings nur bei korrekter Einnahme erzielt werden. Worauf genau muss bei der Einnahme geachtet werden? Gibt es Einschränkungen beim Sport oder beim Alkoholgenuss? Und mit welchen Nebenwirkungen muss bei der Einnahme von Antibiotika geachtet werden?

Definition – Was ist Antibiotika?

Hierbei handelt es sich um ein Arzneimittel, welches gegen Bakterien eingesetzt werden kann. Infektionen, die durch Viren entstanden, können nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden. In der Medizin bestanden die ersten Antibiotika aus Stoffwechselprodukten, die aus verschiedenen Bakterien und Pilzen bestanden wie zum Beispiel Penicillin. Inzwischen werden sie auch teil- oder vollsynthetisch oder gentechnisch hergestellt. Nicht jedes Antibiotikum kann gegen jedes beliebige Bakterium eingesetzt werden. Je nach Erregerart kommen verschiedene Substanzen zum Einsatz. Hierbei wird zwischen Breitspektrum- oder Breitband- und Schmalspektrum Antibiotika unterschieden. Während die Breitband-Form gegen eine Vielzahl von Bakterien wirkt, wurden das Schmalspektrum gezielt gegen bestimmte Bakteriengruppen eingesetzt. Bei resistenten Erregern wird in der Regel ein sogenanntes Reserves-Antibiotikum verschrieben.

Antibiotika Wirkung

Antibiotika können ausschließlich gegen Bakterien eingesetzt werden. Bei viralen Infektionen hat dieses Arzneimittel keinerlei Wirkung. Das liegt daran, dass Bakterien mit etwa 0,002 mm rund 100 Mal kleiner sind, als Viren. Zudem haben Bakterien einen eigenen Stoffwechsel und können auf künstlichem Nährboden gezüchtet werden. Viren hingegen können nicht selbstständig existieren und benötigen sogenannte Wirtszellen, um existieren zu können. Werden Antibiotika gegen bakterielle Infektionen eingesetzt, greift das Arzneimittel die Zellwand oder den Stoffwechsel der Bakterien an und stoppen damit die weitere Ausbreitung. Die Infektion klingt in der Folge ab.

Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Antibiotika sind in der Regel gut verträglich. Bei der Einnahme dieser Arznei kann es allerdings zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Da Das Mittel nicht nur krankmachende Bakterien im menschlichen Körper bekämpft, sondern auch die gesunden, welche zum Beispiel für eine gesunde Darmflora verantwortlich sind, kann es bei der Einnahme zu Durchfall kommen. Darüber hinaus kann das Arzneimittel Allergien verursachen oder für Hautausschläge sorgen. Frauen leiden nach der Einnahme von Antibiotika häufig unter Scheidenpilz, da die natürliche Scheidenflora durch das Medikament gestört wird. Bei einer weiteren Nebenwirkung kann es sich um Lichtempfindlichkeit handeln. In der Folge kann es schneller zu einem Sonnenbrand kommen. Ein Absetzen des Medikaments sollte allerdings nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

antibiotika wirkung pille

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich

Bei manchen Antibiotika kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. So kann zum Beispiel der verhütende Effekt der Pille durch die Einnahme von Antibiotika nachlassen, womit es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen kann. Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Antibiotika Einnahme

antibiotika einnahme und alkohol

Die richtige Einnahme ist ausschlaggebend für die Wirkung. In der Regel wird der behandelnde Arzt die entsprechende Dosis festlegen. Das Arzneimittel kann eine optimale Wirkung nur dann entfalten, wenn eine ausreichend hohe Konzentration des Wirkstoffes im Körper vorhanden ist. Wird zu wenig Antibiotika eingenommen, können widerstandsfähige Bakterien überleben und im Laufe der Zeit unempfindlich gegenüber dem Medikament werden. Wird das Medikament einmal täglich verordnet, sollte die Einnahme alle 24 Stunden auch nur einmal erfolgen. Zweimal täglich bedeutet, dass die Arznei alle 12 Stunden eingenommen werden muss. Bei einer dreimal täglichen Verordnung sollten die Antibiotika alle 8 Stunden eingenommen werden.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Bei der Anwendung von Antibiotika sollte darauf geachtet werden, die Arznei zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen. Vor dem Essen bedeutet, dass die Einnahme des Medikaments etwa eine halbe Stunde bis Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen werden sollte. Zum Essen bedeutet, dass die Arznei direkt zum Essen geschluckt werden sollte. Nach dem Essen bedeutet, dass das Medikament rund zwei Stunden nach dem Essen eingenommen werden sollte.

Wie verträgt sich Antibiotika und Alkohol?

Verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, liegt eine bakterielle Infektion vor, die den Körper bereits geschwächt hat. Während der Einnahme des Medikaments benötigt der Körper Ruhe und Entspannung, um vollständig zu genesen. Bei dem gleichzeitigen Genuss von Alkohol kann die Erkrankung zurück kommen und schlimmer als zuvor werden. Alkoholkonsum während der Einnahme ist als grundsätzlich schädlich einzuschätzen. Darüber hinaus kann es bei Alkoholkonsum und der Einnahme von Antibiotika zu unerwünschten Nebenwirkungen wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Atemnot kommen.

Wie lange kein Sport bei Antibiotika Einnahme?

Wird das Medikament vom Arzt verschrieben, sollte während der Therapie kein Sport getrieben werden, da sich der Herzmuskel in dieser zeit leichter entzünden könnte. Es ist ratsam, erst drei Tage nach der letzten Einnahme des Medikaments das Training langsam wieder aufzunehmen.

Antibiotika und Milchprodukte

Kalzium kann die Wirkung von einigen Antibiotika Arten stören. Aus diesem Grund sollten Produkte wie Käse, Joghurt, Milch, Milchkaffe oder Mineralwasser mit Kalzium zwei Stunden vor und nach der Einnahme des Medikaments nicht genossen werden.

Antibiotika Liste – Welche Arten gibt es?

antibiotika arten wirkung nebenwirkung

Kommt es zu einer bakteriellen Infektion im Körper, verschreibt der Arzt ein Antibiotikum. Welche Art des Medikaments verschrieben wird, ist dabei abhängig von der Art und der Schwere der Infektion. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Arten, welche zum Einsatz kommen können. Die 5, die am häufigsten Auftreten haben wir hier einmal für euch zusammengefasst:

Name Hilft gegen … mögliche Nebenwirkungen
Amoxicillin Breitbandantibiotikum (wird am häufigsten verschrieben)
  • Atemwegsinfektionen wie Lungen- oder Mandelentzündungen
  • Entzündungen im Bereich Hals, Nase, Ohren
  • Lyme-Borreliose
  • Entzündungen der Knochen
  • Blutvergiftungen
  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen
  • in seltenen Fällen sogar Darmentzündungen
  • Hautausschläge oder Juckreiz
  • Nierenentzündungen
  • Senkt die Wirkung der Pille herab
  • Cefuroxim die Alternative zu Amoxicillin (wird am zweithäufigsten verschrieben)
  • Gegen Erreger wie Streptokokken und Pneumokokken
  • Atemwegsinfektionen wie chronischer Bronchitis oder Lungenentzündung
  • Hals-Nasen-Ohren Infektionen und Entzüdungen
  • Lyme-Borreliose
  • Bei einigen Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Gonorroe
  • Ist besser verträglich als Amoxicillin

  • Anstieg der Leberwerte
  • Magen-Darm Beschwerden
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Gelenkschwellungen und Venenentzündungen
  • etwaige Überempfindlichkeit bei Menschen Allergikern oder Asthmatikern
  • Ciprofloxacin aus der Gruppe der Fluorchinolone (oder auch Gyrase-Hemmer)
  • Harnwegsinfektionen
  • Infektionen der Atemwege
  • Erkrankungen des HNO-Bereichs
  • Bindehautentzündung
  • Geschlechtskrankheiten
  • Knochen und Gelenkentzündungen
  • Milzbrand
  • Blutvergiftungen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Hautreaktionen
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Angstzustände und Depressionen
  • Ohrensausen und Luftnot
  • Reaktionsgeschwindigkeit und Fahrttüchtigkeit beeinträchtigt
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Gehemmter Koffeinabbau des Körpers
  • Doxycyclin Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Tetracyclinen
  • Lungen-, Mittelohr- und Harnwegsinfektionen
  • Bestimmte Formen der Nasennebenhöhlenentzündung
  • Geschlechtskrankheiten
  • Hautkrankheiten
  • Malaria
  • Reizung und Entzündung der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schwellungen an Gesicht und Körper
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Nicht zusammen mit Calcium, Magnesium oder Eisen einnehmen
  • Azithromycin Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Makrolide
  • Mittelohrentzündungen
  • untypischen Lungenentzündungen
  • Geschlechtskrankheiten
  • Haut- und Weichteilinfektionen
  • Mandelentzündungen
  • Legionärskrankheit
  • Wechselwirkung mit vielen Medikamenten (vorher informieren)
  • Oftmals eine Resistenz gegen durch Pneumokokken ausgelösten Erkrankungen
  • Verfärbung der Zähne
  • Verstopfung
  • Die üblichen Nebenwirkungen, die bei Antibiotika auftreten
  • Fazit

    Wird ein Antibiotikum verschrieben, sollte das Medikament nach den Anweisungen des Arztes sowie nach den Empfehlungen auf der Packungsbeilage eingenommen werden. Die Arznei darf nicht frühzeitig abgesetzt werden. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist es von großer Wichtigkeit, auf bestimmte Nahrungsmittel oder den Genuss von Alkohol zu verzichten. Darüber hinaus sollte auf sportliche Betätigung während der Einnahme von Antibiotikum verzichtet werden. Wer sich an die Einnahmeempfehlungen hält, wird in der Regel nach spätestens 48 Stunden eine Besserung der Krankheit verspüren.


    Quellverzeichnis anzeigen


    Wie hilfreich war dieser Beitrag für Sie?

    HINTERLASSEN SIE IHRE ERFAHRUNGEN

    Please enter your comment!
    Please enter your name here