Wenn die Augen plötzlich schlechter werden – 5 mögliche Ursachen

Viele Menschen kennen das Phänomen. Die Sehkraft schwankt zwischen den Tagen. Nach einem Tag am Computer kann es uns vorkommen, als könnten wir allgemein schlechter sehen. An anderen Tagen gibt sich diese Problematik wieder. Auf der anderen Seite gibt es dauerhafte Verschlechterungen. Diese beginnen oft schleichend, sodass das Problem zuerst gar nicht in den Mittelpunkt rückt. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sich selbst vorkommt, wie der sprichwörtlich blinde Maulwurf. Aber woran kann das liegen und welche Krankheiten sind möglich? Dieser Artikel gibt einige Anhaltspunkte.

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Unsere Augen sind für uns sehr wichtige Organe. Doch was sollen wir tun, wenn diese plötzlich nur noch eingeschränkt funktionieren? | Quelle: @ TobiasD (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Altersfehlsichtigkeit

Bei den meisten Menschen werden die Augen im Alter schlechter. Das macht sich teils durch Probleme beim Lesen bemerkbar. Das typische Bild ist, dass die Zeitung möglichst weit vom Körper gehalten wird. Einige Informationen rund um das Krankheitsbild:

  • Alter – zumeist beginnt das Problem im Alter von 40 bis 50 Jahren. Die Verschlechterung ist mit 65 Jahren abgeschlossen.
  • Ursache – um sowohl im Nah- als auch im Fernbereich sehen zu können, muss die Linse durch den Ringmuskel gewölbt werden. Mit der Zeit lässt dieser Muskel nach, was zu einer Verhärtung der Linse führt. In der Folge kann sich die Linse nur bei weiter entfernten Objekten scharf stellen.
  • Behandlung – diese Sehschwäche lässt sich auf mehreren Wegen behandeln, beziehungsweise abschwächen. Die einfache Variante besteht aus Lesebrillen oder speziellen Kontaktlinsen. Es gibt jedoch auch operative Verfahren. Zudem ist das Lasern der Augen möglich.

Die Alterssichtigkeit ist ein recht gewöhnlicher Prozess, der allerdings gepaart mit anderen Problemen auftreten kann. Betroffene können zugleich unter der Nachtblindheit leiden oder aber auch Schwierigkeiten haben, in die Ferne zu sehen.

Grauer Star

Der graue Star ist eine Trübung der Linse, die im späteren Alter auftritt. Zu den ersten Symptomen zählt ein unscharfes Sehen, welches eher kontrastarm und wenig farbig empfunden wird. Zudem fühlen sich die Betroffenen besonders durch helles Licht geblendet.

  • Ursache – der graue Star wird auch als Katarakt bezeichnet. Die eigentlich klare Linse trübt sich mit der Zeit ein, sodass das Sehen erschwert wird. Der Bereich, in dem die Trübung auftritt, erklärt, welche Beschwerden der Patient besonders hat. So können sich die Beschwerden nur auf das nahe oder auch auf das ferne Sehen beschränken.
  • Häufigkeit – besonders häufig tritt der Altersstar auf. Er betrifft Augen ab dem sechzigsten Lebensjahr. Trotzdem kann der graue Star auch in anderen Altersklassen auftreten, teils gar schon bei Kindern. Symptome – der graue Star kann ein, aber auch beide Augen betreffen. Teils geschieht dies zeitversetzt. Das verschwommene Sehen und die Blendempfindlichkeit sind die stärksten Symptome. Wer solche verspürt, kann heute bereits online einen Check-Up durchführen, um zu erfahren, ob eine Behandlung erforderlich ist.
  • Therapie – der graue Star kann nur operativ behandelt werden. Die eingetrübte Linse wird nun durch ein künstliches Pendant ersetzt.

Wird der graue Star operativ behandelt, ist es durchaus gängig, dass eine Brillenfreiheit erreicht wird.

Grüner Star (Glaukom)

Diese Erkrankung ist weitaus drastischer als der graue Star. Beim Glaukom ist der Sehnerv geschädigt, was ohne Behandlung zur völligen Erblindung führt.

  • Ursache – hinter dem Glaukom verbergen sich meist verschiedene Krankheiten, die zuerst völlig unbemerkt bleiben. Auf Dauer wird der Sehnerv so weit geschädigt, dass es zu einer Erblindung kommen. Beide Augen können, müssen aber nicht zeitversetzt am grünen Star erkranken.
  • Hauptrisiko – ein dauerhaft erhöhter innerer Augendruck ist die größte Ursache.
  • Symptome – das Problem bei dieser Erkrankung ist, dass die Symptome erst spät auftreten. Erst, wenn der Sehnerv zu gut einem Drittel geschädigt ist, spüren die Betroffenen etwas. Die Symptome sind eine bogenförmige Einengung des Sehfeldes. Umso weiter die Erkrankung voranschreitet, desto enger wird das Sehfeld. Handelt es sich um einen Glaukomanfall, haben Betroffene Schmerzen, Sehstörungen und starke Rötungen.
  • Therapie – Augentropfen sind eine gute Maßnahme in der Behandlung. Sie senken den Augeninnendruck und verhindern das Voranschreiten. In schweren Fällen bieten sich Laser-OPs oder eine Augenoperation an.

Makuladegeneration

Auch diese Erkrankung kann vom Alter bedingt sein. Das typische Erkennungszeichen für Betroffene ist, dass inmitten des Sehfelds ein verschwommener Bereich liegt. Beim Zeitunglesen verschwimmt mittendrin eine Zeitungsspalte. Aber auch abseits des Lesens macht sich diese Erkrankung bemerkbar. Da das zentrale Sehfeld eingeschränkt ist, erkennen betroffene Personen häufig Gesichter nicht mehr. Einige Patienten beschreiben, dass aus dem verschwommenen Fleck ein dunkler Fleck wird.

  • Beginn – handelt es sich um eine altersbedingte Makuladegeneration, beginnt sie meist bei Menschen von über sechzig Jahren.
  • Verlauf – die Erkrankung beginnt mit einem verschwommenen Fleck, der sich schließlich zu einem »schwarzen Loch« im Sichtfeld ausweitet.
  • Formen – es gibt eine frühe und eine späte Form der Erkrankung. Die feuchte Form, die zu den späten Formen gehört, betrifft ungefähr 15 Prozent aller schwerer Sehbehinderungen.
  • Behandlung – während die trockene Form zum Stillstand kommen und sie mit hoch dosiertem Vitamingemisch verlangsamt werden kann, gibt es bei der feuchten Variante keine wirkliche Heilung.

Hornhautverkrümmungen

Die Hornhautverkrümmung gehört nicht wirklich zu den Alterskrankheiten, da sie meist angeboren ist. Die Ursache ist eine Hornhaut, die nicht gleichmäßig geformt ist, wodurch das Licht verzerrt auf die Netzhaut geleitet wird.

  • Symptome – das unscharfe Sehen in der Nähe und der Ferne. Hier gibt es den drastischen Unterschied zur Weit-/Kurzsichtigkeit, da bei einer Verkrümmung beide Bereiche betroffen sind. Hinzu kommen Kopfschmerzen oder Augenschmerzen.
  • Therapie – Brillen und weiche Kontaktlinsen sind die einfachste Therapieform. Es gibt auch die Möglichkeit zur Laser-OP.

Fazit – lieber frühzeitig zum Arzt

Wer bemerkt, dass er allgemein schlechter zu sehen scheint, der sollte unbedingt einen Termin bei einem Augenarzt ausmachen. Viele Augenkrankheiten können wenigstens im Anfangsstadium gut behandelt werden, alternativ lässt sich der Verlauf verlangsamen. Oftmals geben übrigens auch schon gute Optiker einen Hinweis auf ein mögliches Problem. Während eines guten Beratungsgesprächs mit Sehtest kontrollieren gute Optiker den Blick und prüfen auch, ob die Linse irgendwelche optischen Auffälligkeiten zeigt. Wichtig ist, nachlassendes Sehen in keinem Alter auf die leichte Schulter zu nehmen. Selbst, wenn sich nur Alterssichtigkeit dahinter verbirgt: Ist es nicht viel angenehmer, mit einer passenden Therapie wieder lesen zu können, ohne sich die Arme zu verrenken?

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