BINDEHAUTENTZÜNDUNG: Dauer, Ansteckung und Behandlung

Eine Bindehautentzündung am Auge ist in der Regel höchst ansteckend und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die Erkrankung zeigt sich häufig durch typische Symptome wie zum Beispiel rote Augen, Augenbrennen, Juckreiz oder verklebte Augen durch Absonderungen. Sobald sich diese Symptome zeigen, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wir erklären dir in unserem Beitrag wie du eine solche Bindehautentzündung frühzeitig erkennst und dagegen vorgehen kannst.


 Informationen zur Krankheit

  • Bezeichnung: Bindehautentzündung, Konjunktivitis
  • Typ: Affektionen der KonjunktivaTYP
  • ICD-Codes: H10

Was ist eine Bindehautentzündung?

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Sie gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen, die in der Regel vor allem Kleinkinder und Babys betrifft. Allerdings können Erwachsene ebenfalls an ihr erkranken. Das Krankheitsbild kann dabei in vier verschiedene Diagnosen definiert werden:

Bakterielle Bindehautentzündung

Am häufigsten steckt hinter einer Bindehautentzündung eine Infektion mit Bakterien, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden können:

  • Pneumokokken: Bei Pneumokokken handelt es sich um Bakterien, welche sich auf der Haut oder der Schleimhaut ansiedeln. Eine durch Pneumokokken verursachte Bindehautentzündung beginnt in der Regel einseitig mit mäßiger eitriger Sekretion. In manchen Fällen kann sich eine Entzündung durch Pneumokokken zu einem Hornhautgeschwür entwickeln
  • Staphylokokken: Bei einer Entzündung durch Staphylokokken kommt es zu einer mäßigen Schleimproduktion. Auslöser für dieses Krankheitsbild ist das Bakterium Staphylococcus aureus.
  • Gonokokken: Das Bakterium Gonokokken kommt weltweit vor und wird durch Geschlechtsverkehr übertragen. Insbesondere Säuglinge haben ein hohes Risiko, an einer Bindehautentzündung durch Gonokokken zu erkranken. Dies hat mit der Geburt zu tun, bei der die Bakterien durch die Mutter übertragen werden können. Bei dieser Entzündungsart kommt es im Auge zu einer stark eitrigen Absonderung und es können sich Wassereinlagerungen im Augenlid bilden. Vorgebeugt werden kann bei Säuglingen durch das Auftragen einer speziellen Augensalbe nach der Geburt. In der Salbe ist das Antibiotikum Erythromycin oder Tetrazyklin enthalten.
  • Haemophilus influenzae: Eine Entzündung durch eine dieser Bakterien Arten betrifft insbesondere Kinder. Hierbei sondert das Auge ein wässriges Sekret ab.
  • Chlamydien: Chlamydien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Hierbei schwellen die Lymphknoten an und es kommt zu Schmerzen. Bei schlechten hygienischen Bedingungen kann auch ein infektiöses Badewasser Auslöser sein. Zudem kann eine infizierte Mutter ihr Baby bei der Geburt mit Chlamydien anstecken. Es können ein Auge oder beide Augen betroffen sein. Hierbei kommt es zu einer Sekretabsonderung und Schwellungen des Augenlides.

Virale Bindehautentzündung

Sie entstehen durch eine Infektion mit Viren. Hierbei gibt es zwei häufige virale Erkrankungen:

  • Adenoviren: Bei einer Infektion mit Adenoviren kommt es in der Regel zu einer fiebrigen Allgemeinerkrankung, die mit einer Bindehautentzündung einhergehen kann. Diese Infektion ist äußerst ansteckend, wobei das Auge ein wässriges Sekret absondert. Darüber hinaus sind die Augen bei einer derartigen Infektion häufig lichtempfindlich.
  • Herpesviren: Bei einer Entzündung, die durch Herpesviren ausgelöst wird, verläuft in der Regel mild. Hierbei kann ebenfalls die Haut rund um das Auge betroffen sein.

Weitere Arten der viralen Bindehautentzündung können durch Masern, Windpocken oder Röteln verursacht werden.

Bindehautentzündung durch Parasiten oder äußere Reize

Parasiten wie Würme oder Fliegenlarven können ebenfalls Auslöser für eine Entzündung der Bindehaut sein. Diese Arten von Infektionen kommen insbesondere in tropischen Gebieten vor.

Ursächlich für eine Entzündung können auch äußere Reize sein. Hierzu gehören reizende Substanzen, welche in die Augen gelangen. Hierbei kommt es in der Regel zu einer vollständigen Heilung. Durch eine äußere Reizung ausgelöst, werden zum Beispiel:

  • Toxisch allergische Bindehautentzündung: Diese kann zum Beispiel durch Konservierungsmittel in Augentropfen ausgelöst werden.
  • Reizbindehautentzündung: Diese kann durch Rauch, Wind oder trockene Luft ausgelöst werden. Auch UV-Licht kann für eine gereizte Bindehaut ursächlich sein. Häufig entsteht bei älteren Menschen eine Entzündung aufgrund von mangelnder Flüssigkeitsbenetzung des Auges.

Bindehautentzündung durch Allergien

Häufig gehören Allergien zu den Ursachen einer Bindehautentzündung. Eine allergische Entzündung der Bindehaut tritt bei Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Substanzen auf und kann mit Heuschnupfen verbunden sein. Diese Beschwerden können sich zu bestimmten Jahreszeiten verstärken. Hierbei sondert das Auge ein wässriges Sekret ab. Darüber hinaus kommt es zu

  • Lidschwellungen
  • Augenbrennen
  • Juckreiz des Auges
  • Niesen und Schnupfen

Verlauf einer Bindehautentzündung

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Für die richtige und schnelle Behandlung einer Bindehautentzündung ist es wichtig, dass man sie frühzeitig erkennt und entsprechend handelt.

Symptome und Anzeichen

Bei fast allen Arten der Bindehautentzündung sind die Symptome ähnlich:

  • Rote Augen
  • Die Augen brennen oder es kommt zu einem Druckgefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Juckreiz oder Fremdkörpergefühl
  • Vermehrter Tränenfluss
  • Bindehaut ist geschwollen
  • Augen verkleben durch Absonderungen

Bei den geröteten Augen handelt es sich um das wichtigste Symptom, um eine Entzündung der Bindehaut. Die Anzeichen können dabei unterschiedlich ausgeprägt sein. Zunächst kann die Entzündung entweder nur einseitig oder von Anfang an beide Augen betreffen. Einseitige Bindehautentzündungen verlaufen in der Regel schwerer als beidseitige.

Die Stärke der Symptome ist dabei nicht zwingend von dem Ausmaß der Entzündung abhängig. Eine leichte Entzündung kann äußerst beeinträchtigend sein und zu einer hohen Lichtempfindlichkeit führen.

Ursachen

Ursächlich für eine Bindehautentzündung können die bereits geschilderten Viren, Bakterien, Allergien oder äußere Einflüsse sein.

Neben den bereits angesprochenen Ursachen können ebenfalls rheumatische Erkrankungen oder Erkrankungen am Auge Ursache für die Entzündung der Bindehaut sein. Ebenfalls möglich ist das durch ein zu langes und ohne Pause tragen von Kontaktlinsen. Verunreinigung sowie Beschädigung der Kontaktlinse können eine weitere Ursache darstellen.

Bindehautentzündung Dauer

Falls sie fachgerecht behandelt wird, bildet die Entzündung sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen zurück. Wird keine fachgerechte Behandlung durch einen Arzt vorgenommen, kann sie sich weiter ausbreiten und ebenfalls auf die Hornhaut übergreifen.

Inkubationszeit

Bei der Inkubationszeit handelt es sich um die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit. Die Inkubationszeit bei einer Bindehautentzündung ist von der Art der Infektion abhängig und kann bis zu 12 Tage dauern.

Ansteckungsgefahr bei einer Bindehautentzündung?

Eine Bindehautentzündung ist so lange ansteckend, wie Erreger im Augensekret nachgewiesen werden können. Die Ansteckung beginnt bereits während der Inkubationszeit, also dann wenn die Entzündung noch durch keine Symptome erkannt werden kann. Sobald keine Erreger im Augensekret mehr nachgewiesen werden, ist die Ansteckungsgefahr gebannt.

Wie wird die Bindehautentzündung übertragen?

Die Übertragung einer Bindehautentzündung erfolgt in der Regel per Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Diese kann entweder direkt von Mensch zu Mensch über das Augensekret erfolgen oder durch Gegenstände und Oberflächen, an welchem das Virus anhaftet, übertragen werden. Hierzu können zum Beispiel gemeinsam benutzte Handtücher gehören.

Bindehautentzündung Ansteckung verhindern

Es können einige Maßnahmen ergriffen werden, um die sehr ansteckende Bindehautentzündung einzugrenzen. Hierbei steht Hygiene wie zum Beispiel Hände waschen oder dem Benutzen von gemeinsamen Handtüchern an erster Stelle. Darüber hinaus sollten sämtliche Oberflächen regelmäßig gereinigt werden. Einige Bindehautentzündungen können ebenfalls im gemeinsam benutzten Badewasser übertragen werden, weshalb auch diese gemieden werden sollten, um eine Ansteckung zu verhindern.

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Bindehautentzündung bei Babys

Eine Bindehautentzündung bei Babys kann in der Regel an klebrigem, glasigem oder auch gelb-grünlichem Sekret erkannt werden. Nach dem Schlafen sind die Augen von betroffenen Babys meist verklebt oder geschwollen. Darüber hinaus können die Augen bei Licht empfindlich reagieren. Grundsätzlich ist in diesen Fällen stets ein Arzt aufzusuchen. Nicht jedes tränende Auge oder jede Rötung hängt mit einer Entzündung der Bindehaut zusammen, sollte aber dennoch von einem Arzt untersuchtwerden.

Bindehautentzündung bei Hunden

Eine Entzündung bei einem Hund kann schnell erkannt werden. In der Regel tränt das betroffene Auge mehr als gewöhnlich, ist gerötet und der Hund kratzt sich häufig im Bereich des betroffenen Auges. Reagiert der Hund beim Abwischen von Schleim oder Sekret mit Schmerzen, hat man die Gewissheit, dass es sich um eine Bindehautentzündung handelt. Um das Jucken und Brennen zu lindern, kann in der Apotheke Salbe oder Augentropfen gekauft werden. Hierbei sollte allerdings unbedingt erwähnt werden, dass es sich bei dem Betroffenen um einen Vierbeiner handelt. Sollte auch nach der Behandlung mit Salben oder Tropfen keine Verbesserung eintreten, muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Bindehautentzündung bei Katzen

Bei Katzen kann sie verschiedene Ursachen haben. Die Infektion kann durch Viren, Bakterien oder Fremdkörper entstehen. Eine Bindehautentzündung bei der Katze muss vom Tierarzt behandelt werden, da sie für den Vierbeiner sehr unangenehm sein kann.

Erkannt werden kann sie an geröteten oder geschwollenen Augen, die stark tränen. Häufig bildet sich eine sogenannte Tränenstraße seitlich der Augen. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, ist die Tränenflüssigkeit gelblich oder weißlich mit einer schleimigen Konsistenz.

Bindehautentzündung während Schwangerschaft gefährlich?

Falls eine schwangere Frau an der Bindehautentzündung erkrankt, ist der Fötus zunächst nicht gefährdet. Handelt es sich um eine bakterielle oder virale Entzündung, kann sich das Baby bei der Geburt anstecken. Eine Behandlung in der Schwangerschaft sollte zunächst nicht erfolgen. Erst, wenn sich nach 3 bis 5 Tagen keine Besserung einstellt, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Expertentipps bei Bindehautentzündung

Im nachfolgenden Video werden einige Expertentipps gegeben, was bei einer Bindehautentzündung zu beachten ist, was man vermeiden sollte und was gegen die roten, juckenden Augen helfen kann.

Behandlung: Was hilft gegen eine Bindehautentzündung?

Um eine Bindehautentzündung zu behandeln, gibt es einige Methoden. Hierzu gehören Medikamente wie zum Beispiel Augentropfen oder Salben aber auch einige Hausmittel.

Medikamente

Gegen eine diagnostizierte Bindehautentzündung kann der behandelnde Arzt bestimmte Salben verschreiben, die rasch für eine Linderung der Symptome sorgen können.

Augentropfen

Augentropfen werden in der Regel vom Arzt verschrieben und wirken mit verschiedenen Inhaltsstoffen. Augentropfen werden mit einer bestimmten Tropfenanzahl in regelmäßigen Abständen in das offene Auge getropft.

Hausmittel

Mit einigen Haumitteln können die Symptome der Bindehautentzündung gelindert werden, womit es zu einer schnelleren Abheilung kommen kann. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Anwendung von Hausmitteln keinen Arztbesuch ersetzt. Bei der Anwendung von Hausmitteln kann es sich lediglich um eine ergänzende Behandlung handeln.

Augentrost

bindehautentzündung behandlung hausmittelAugentrost kann in Form von Tee oder Augentropfen erworben werden und reduzieren die Infektion wirksam. Der Augentrost Tee wird mit kochendem Wasser zubereitet. Hierbei wird ein Teelöffel des Tees mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und zwei bis drei Minuten stehengelassen, damit der Tee ziehen kann. Der Tee kann getrunken werden und sorgt für eine Linderung von innen heraus. Bis zu drei Tassen täglich sind erlaubt. Ebenfalls kann der Tee zum Augenspülen genutzt werden. Hierfür sollte der Tee kühl aber nicht kalt sein, damit das Auge nicht noch weiter gereizt wird. Das Auge kann bis zu dreimal täglich gespült werden. Darüber hinaus kann ein Baumwolltuch in dem Aufguss getränkt werden, und anschließend für etwa eine halbe Stunde auf die Augen gelegt werden.

Eichenrinde

bindehautentzündung behandlung hausmittelEichenrinde lindert den Juckreiz und tötet die Keime ab. Darüber hinaus wirkt Eichenrinde gefäßverengend und sorgt dafür, dass die Rötung zurückgeht. Allerdings kann durch verengten Gefäße die Durchblutung gestört werden, womit die Versorgung der Bindehaut nicht mehr gewährleistet wird. Dies kann dazu führen, dass das Auge trockener wird und sich die Bindehautentzündung verschlimmert.

Eichenrinde kann mit zwei Tassen Wasser pro Teelöffel vermischt werden. Dieser Sud sollte für etwa drei Minuten aufgekocht werden. Um die Rinde zu entfernen, sollte der Aufguss abgeseihert werden. Nachdem der Tee abgekühlt ist, kann ein fusselfreies Baumwolltuch in den Sud getränkt werden. Danach wird der Umschlag auf die Augen gelegt. Aufgrund der gefäßverengenden Wirkung sollte dieser Umschlag höchstens 10 Minuten auf den Augen verbleiben.

Fenchel

bindehautentzündung behandlung hausmittelFalls eine Bindehautentzündung mit starken Schwellungen einhergeht, kann eine Anwendung mit Fenchel sinnvoll sein. Hierfür sollte ein Teelöffel angestoßene Fenchelsamen oder Fencheltee mit einer Tasse kochendem Wasser vermischt werden. Sobald dieser Aufguss abgekühlt wurde, kann ein Baumwolltuch eingetunkt werden. Der Umschlag kann zwischen 10 und 30 Minuten auf den Augen verbleiben. Fenchel wirkt beruhigend und abschwellend und kann ebenfalls bei der Behandlung von Bindehautentzündungen bei Kindern angewendet werden.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Hausmittel, die bei einer Bindehautentzündung eine effektive Wirkung erzielen können. Hierzu gehören zum Beispiel Honig, Kamille oder Gelbwurzel.

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo und danke für diesen Beitrag rund ums Thema Bindehautentzündung! Da wurde ja sehr ausführlich recherchiert. Ich wusste noch gar nicht, dass Bindehautentzündungen auch durch Allergien ausgelöst werden können. Ich werde bald mein Praktikum beim Augenarzt anfangen und bin schon gespannt, was ich alles lernen werde.

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