Vor Corona kannten die meisten Menschen Tests überwiegend in Form von Alkohol- oder Schwangerschaftstests. Doch in den vergangenen anderthalb Jahren kamen Schnelltests, PCR-Tests, Antigentest, Spucktests, Gurgeltests und Antikörpertests dazu. Doch kann jemand aus dem Stegreif sagen, welcher Test für was ist oder wie die funktionieren? Dieser Artikel nimmt sich die PCR-Tests und den Antigen-Test einmal genauer vor.

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Abbildung 1: PCR-Tests sind eindeutige die verlässlichere Lösung in Bezug auf die Corona-Diagnostik. Bildquelle: @ Julia Koblitz / Unsplash.com

Antigen-Test: Die schnelle Lösung

Im Volksmund wird dieser Test auch als Schnelltest oder Selbsttest bezeichnet. Dabei stellt er keinen Selbsttest dar, denn ein Antigen-Schnelltest kann nur durch geschultes Personal durchgeführt werden. Bekannt ist er übrigens von all den Schnelltest-Zentren, die in den Städten eröffnet wurden und die auch weiterhin geöffnet bleiben. Aber wie funktioniert er?

  • Funktionsweise – der Antigen-Test wird ebenfalls über einen Rachen- oder Nasenabstrich durchgeführt. Beide Optionen bestehen.
  • Auswertung – das Teststäbchen wird mit einer speziellen Flüssigkeit in Berührung gebracht. Die Flüssigkeit reagiert auf eventuell vorhandene Coronaviren und zeigt schließlich das Ergebnis an. An und für sich erinnert das Verfahren an einen Schwangerschaftstest.
  • Geschwindigkeit – die Antigen-Schnelltests benötigen ungefähr fünfzehn bis zwanzig Minuten, bis das Ergebnis vorliegt.

Die Antigen-Test sind gemeinhin anerkannt, sofern sie durch geschultes Personal durchgeführt werden. Das Ergebnis wird meist direkt per App oder E-Mail übermittelt und gilt nun als Eintrittskarte. Allerdings haben die Antigen-Tests eine Schwachstelle, da sie Corona einzig dann bestimmen können, wenn sich Viren im Rachen- oder Nasenraum befinden. Hat sich der Getestete erst kurz vor dem Test angesteckt, wird kein Nachweis erfolgen.

Die Selbsttests für zu Hause basieren ebenfalls auf dem Antigen-Prinzip, welches auf Eiweißmoleküle des Virus reagiert. Allerdings können diese Tests nicht offiziell anerkannt werden, da sie eigenständig durchgeführt werden und somit keine Kontrolle existiert. Sinnvoll können Selbsttests dennoch zwischendurch sein. So kann sich beim Besuch im Altenheim oder bei der Familie vorab noch einmal getestet werden.

PCR-Test: Die gründliche Lösung

Der PCR-Test gilt allgemein als die zuverlässige Nachweismöglichkeit. Es handelt sich um einen reinen Labortest, dabei steht ein Standardverfahren hinter der Diagnostik. Das Erbmaterial des Virus wird im Labor vervielfältigt, sodass Viren nachgewiesen werden können.

  • Funktionsweise – der Test funktioniert über einen Nasen- und Rachenabstrich. Beide Abstriche müssen tief im Nasen- und Rachenraum durchgeführt werden. Durch die tiefe Entnahme können bessere Proben entnommen werden.
  • Analyse – das Teststäbchen wird geschützt an ein Labor geschickt und dort ausgewertet. Durch das spezielle Vervielfältigungsverfahren dauern Versand, Vorbereitungszeit und die Analyse mindestens 24, meist sogar 48 Stunden.
  • Ergebnis – ein positives Ergebnis wird direkt dem Gesundheitsamt gemeldet. Über das Ergebnis wird der Patient postalisch, alternativ auch per App informiert.

Der PCR-Test wird bei Verdacht auf eine Covid-Erkrankung durchgeführt, zudem folgt er auf positive Antigen-Tests. Weitere Pflichtdurchführungen sind die Aufnahme in ein Krankenhaus, vor ambulanten Operationen und bei der Aufnahme in ein Altenheim.

Weitere Tests

Die Schnelltests für zu Hause wurden bereits erwähnt. Diese gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten, so wie auch Antigentests für Kinder in Varianten angeboten werden:

  • Spuck-/Gurgeltest – auch das ist ein Schnelltest, der aber auf das Stäbchen verzichtet. Stattdessen muss für den Test eine gewisse Menge Speichen tief aus dem Rachenraum gebracht und in das Teströhrchen gespuckt werden. Der Gurgeltest arbeitet stattdessen mit dem Gurgeln einer Lösung.
  • Lollitest – dieser Test ist überwiegend für Kinder. Auch er verzichtet auf das lange Teststäbchen, dafür wird ein kurzes Stäbchen genutzt. Seinen Namen erhielt er, weil Kinder ähnlich wie an einem Lolli an dem Stäbchen lutschen.

Die Testlösung wird direkt mitgeliefert und gibt nach kurzer Zeit eine entsprechende Antwort.

Ein weiterer Test wird gerne genannt, doch basiert dieser Test auf einer anderen Grundlage: Der Antikörpertest:

  • Funktionsweise – dem Test geht eine Blutabnahme voraus. Er kann also nur von Ärzten durchgeführt werden.
  • Analyse – das Blut wird im Labor gezielt auf Corona-Antikörper hin untersucht. Sind deutliche Antikörper vorhanden, so weist dies auf eine überstandene Infektion oder auf den Impfstatus hin.
  • Ergebnis – letztendlich können Getestete mit diesem Ergebnis relativ wenig machen. Sie wissen nur, dass sie Antikörper besitzen, also wohl mit Corona infiziert waren oder ihr Immunsystem anderweitig Antikörper gebildet hat. Der Test gilt nicht als Genesenennachweis, für diesen ist ein positiver PCR-Test notwendig.

Ein 100%-Ergebnis gibt es nicht

Leider ist der Coronatest zwar heute so geläufig wie Alkohol- oder Schwangerschaftstests, doch gilt bei ihm nicht: Ein paar Promille oder ein bisschen schwanger gibt es nicht. Kein Coronatest kann eine absolut hundertprozentige Quote ausgeben, wobei es deutliche Abstufungen gibt:

  • PCR-Test – er gilt als sehr sicher. Im Zweifelsfall wird er kurz darauf noch einmal wiederholt.
  • Antigentest – bei ihm hängt die Sicherheit von etlichen Faktoren ab. Wie geschult ist das Personal und wie gut nimmt sie den Abstrich?
  • Selbsttests – viele Benutzer schummeln bei ihm, da ein akkurater Test eher unangenehm ist. Auch spielt die Umgebung eine Rolle.

Gerade der Antigen-Test kann nur Corona nachweisen, wenn sich Viren im oberen Rachenraum befinden. Da das Stäbchen nicht so tief in den Rachen oder die Nase geschoben wird, ist das Zeitfenster für das Erkennen einer Infektion recht überschaubar. Zudem reagiert er weniger sensibel auf Viren, weshalb eine größere Virenlast notwendig. Infizierte mit einer geringen Virenlast fallen bei dem Test häufiger durchs Raster.

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Abbildung 2: Antigentests bieten eine schnelle Orientierung, bergen aber Fehlerquoten. Bildquelle: @ Mufid Majnun / Unsplash.com

Fazit – häufig Antigen-Schnelltests

Die meisten kommen wohl mit dem Antigen-Schnelltest in Berührung. Er dient auf Reisen der Einreise, er ist die Eintrittskarte in Stadien, Restaurants oder zu Veranstaltungen. Allerdings hängt seine Güte massiv von der Viruslast und der testenden Person ab. Wird der Abstrich nur lose von der Zunge genommen, ist das Ergebnis relativ unbrauchbar. Der PCR-Test ist der sicherste Test und somit auch die letzte Barriere vor einer möglichen Quarantäne. Selbst kann ein Bürger diesen Test nicht durchführen lassen, es sei denn, er übernimmt die Kosten. PCR-Tests erfolgen immer auf konkreten Verdacht und werden dann auch von den Krankenkassen übernommen. Der Antikörpertest hingegen weist gar keine aktuelle Infektion nach, denn er dient nur der Bestimmung eventuell vorhandener Antikörper im Blut.

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