ACHTUNG! ᐅ Dermaroller – Wie hoch ist das Risiko einer Infektion?

Mit kleinsten Nadelstichen zu einer schöneren Haut. Microneedling heißt dieser Beauty Trend. Doch eine solche Behandlung gibt es längst nicht mehr nur von ausgebildeten Personal in den Beauty Salons. Mittlerweile kann man verschiedene Dermaroller auch für den privaten Gebrauch kaufen. Aber ob das auch wirklich funktionieren kann und wie sinnvoll es ist diese Behandlungsmethode zu Hause auszuführen?

Was ist ein Dermaroller?

Ein Dermaroller besteht aus einem Griff und einem darin eingebauten und beweglichen, zylinderförmigen Einsatz. Dieser ist mit zahlreichen Mikronadeln ausgestattet. Die Nadeln sind sehr kurz und dünn, um das Eindringen in die Haut zu ermöglichen und Verletzungen zu vermeiden. Man unterscheidet bei einem Dermaroller darüber hinaus bei der Anzahl der Mikronadeln, die in den Einsatz integriert sind. Je nachdem, wie viele Nadeln in die Rolle eingesetzt sind, verändert sich die Wirkung des Dermarollers; der Standard für häusliche Anwendungen sowie in den meisten Kosmetiksalons liegt bei einer Dichte von 540 Nadeln.

Die grobe Funktionsweise des Dermarollers ist eigentlich ganz einfach: dadurch, dass die feinen Nadeln die Oberfläche der Haut leicht reizen und verletzen, bildet die Haut mehr Kollagen, um die kleinen “Wunden” schneller abzuheilen. Dabei überlistet man praktisch selbst seinen Körper, indem man ihm kein künstliches Kollagen zuführt, sondern dazu zwingt, eigenes zu produzieren. Dadurch verheilen Narben, Dehnungsstreifen, Pickelmale und andere Unreinheiten schneller, weil der Dermaroller dazu beiträgt, dass die oberen Epidermisschichten schneller abheilen.

Bedenken Sie, dass der Dermaroller ein Verschleißteil ist: eine Rolle hält sich ca. 10 Anwendungen. Danach stumpfen die Nadeln ab und die Rolle sollte ausgewechselt werden.

Wie wird der Dermaroller angewendet?

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Zu Beginn einer Behandlung sollten Sie unbedingt darauf achten, den Dermaroller gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Hierfür sollten Sie am besten zu Isopropanol-Alkohol greifen, der mindestens 70%ig ist. Legen Sie den Dermaroller in ein Glas oder einen Behälter Ihrer Wahl und geben Sie so viel Alkohol hinzu, dass die Rolle und die Nadeln vollständig bedeckt sind. Lassen Sie den Dermaroller ca. 10-15 Minuten im Alkohol oder einem anderen hautfreundlichen Desinfektionsmittel ziehen, damit mögliche Bakterien absterben.

Reinigen Sie anschließend Ihre Haut: Sie können das Pflegemittel Ihrer Wahl verwenden und die Haut zusätzlich mit einem Desinfektionsmittel abtupfen, das ist allerdings nicht unbedingt notwendig. Nehmen Sie nun den Dermaroller aus dem Alkohol und beginnen Sie die Behandlung. Rollen Sie zunächst vertikal und anschließend horizontal über die Stellen, die Sie gerne mit dem Dermaroller behandeln möchten. Folgen Sie praktisch einer Art kariertem Muster, die gesamte Stelle sollte anschließend vollständig vom Dermaroller bearbeitet sein. Rollen Sie fünf bis sechsmal jede Linie entlang, üben Sie dabei etwas Druck aus.

Wie viel Druck Sie mit dem Dermaroller ausüben sollten, finden Sie im Laufe der Behandlung heraus. Sie sollten nicht zu leicht über die Haut gleiten, es sollte also schon das Gefühl entstehen, dass die Nadeln die Haut leicht reizen, es sollte sich aber kein zu starker Schmerz einstellen. Gerade bei Nadeln ab 2 cm Länge sollten Sie mit dem Druck stark aufpassen, um die Haut nicht zu stark zu verletzen.

Wie oft sollte man die Haut behandeln?

Die gesamte Behandlung dauert in der Regel je nach Anwendungsgebiet zwischen fünf und 25 Minuten. Wie oft Sie dabei den Dermaroller verwenden können hängt stark von der Länge der verwendeten Nadel ab:

  • bis zu einer Nadellänge von 0,5mm = maximal 2 mal in der Woche
  • bis zu einer Nadellänge von 1,0mm = maximal 1 mal in der Woche
  • bis zu einer Nadellänge von 1,5mm = maximal 1 mal alle 4 Woche
  • ab 2,0mm un darüber = maximal 1 mal alle 8 Wochen unter professioneller Aufsicht

Anschließend sollten Sie die Haut pflegen. Am besten empfiehlt sich ein Serum mit Vitamin E und Hyaluronsäure – diese sorgen für eine schnellere Regeneration der Haut und können nach der Behandlung mit einem Dermaroller besser in die Haut eindringen. Obendrauf sollten Sie je nach Hauttyp eine pflegende Creme auftragen. Auch, wenn Sie eine fettige Haut haben, sollten Sie dennoch eine Pflege verwenden, da die Haut ansonsten nach der Behandlung zu viel Feuchtigkeit verliert, was unter Umständen neue Unreinheiten verursachen kann.

Wichtig: Achten Sie darauf, innerhalb der nächsten 24 Stunden nach der Behandlung, sich nicht in der direkten Sonne aufzuhalten oder ins Solarium zu gehen. Verwenden Sie, bei warmen Temperaturen und an sonnigen Tagen einen UV-Schutz und halten Sie sich eher im Schatten auf.

Richtige Nadellänge: 0,5 mm oder länger?

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Darüber hinaus ist es entscheidend, wie dick die Nadeln beim Dermaroller sind. Die Stärke kann zwischen 0,5 und bis zu 3 mm liegen. Meistens reichen für leichten Narben sowie Pickelmalen Dermaroller mit einer Stärke von 0,5 bis zu einem Millimeter. Wenn Sie aber Dehnungsstreifen bzw. tiefere Narben behandeln wollen, sollten Sie zu den Dermarollern greifen, die im Bereich zwischen 1,5 und 2,5 mm liegen.
Wählen Sie die Stärke wirklich bedacht aus: wenn die Nadeln zu dick sind oder zu tief in die Haut eindringen, besteht Verletzungsgefahr.

Im Gesichtsbereich ist es unüblich, längere Nadeln als 1 mm zu verwenden, da die Haut sehr empfindlich ist. Dermaroller, die Dehnungsstreifen oder tiefere Narben an anderen Körperstellen bearbeiten sollen, können auch länger sein. Gerade an Oberschenkeln und Bauch kann die Länge bis zu 2 mm betragen. Die Faustregel ist im Grunde genommen: im Gesicht am besten nicht mehr als 1 mm und andere Stellen mit einer dickeren Fettschicht ab 1 mm und bis zu 2 mm.

Hilft der Dermaroller gegen Dehnungsstreifen?

Da Dehnungsstreifen einen ähnlichen Aufbau im Gewebe zur Ursache haben wie auch andere Narben, kann man den Dermaroller auch gegen Dehnungsstreifen verwenden. Die Anwendungsdauer kann allerdings je nach Tiefe der Dehnungsstreifen variieren.

Klappt die Anwendung auch mit Bart?

Ob man den Dermaroller verwenden kann, wenn man einen Bart trägt, hängt davon ab, um was für einen Bart es sich handelt. Bei einem Drei-Tage-Bart ist die Anwendung durchaus möglich, sofern die Nadeln bis zur Haut vordringen können. Wenn es sich allerdings um einen sehr langen oder sehr dichten Bart handeln, der die Erreichbarkeit der Haut verhindert, so sollte man diesen vorher entweder stutzen oder vollständig abrasieren, um die Behandlung mit dem Dermaroller zu ermöglichen. Sofern der Dermaroller nicht in den direkten Kontakt mit der Haut treten kann, ist die Behandlung sinnfrei.

ACHTUNG – Wie hoch ist das Risiko einer Infektion mit einem Dermaroller?

Wenn Sie den Dermaroller vor der Behandlung ordentlich desinfiziert haben, ist das Risiko einer Infektion sehr gering. Sie können aber auch zusätzlich sterile Latexhandschuhe tragen, um das Infektionsrisiko noch weiter zu verringern. Sie können aber auch vor der Anwendung die Hände desinfizieren, da sich am Griff auch Bakterien versammeln können. Achten Sie darauf, dass das entsprechende Infektionsmittel ausreichend Alkoholgehalt bzw. Stärke hat und lassen Sie den Dermaroller lang genug in der Flüssigkeit.

Was darüber hinaus wichtig ist, dass Sie direkt nach der Anwendung des Dermarollers die Haut nicht mit ungereinigten Händen anfassen oder beispielsweise schwimmen gehen, da die Haut noch verletzt ist und die Gefahr einer Infektion sich in öffentlichen Schwimmbecken erhöht.
Wenn Sie aber die erwähnten Punkte beachten, müssen Sie sich keine Sorgen machen und können den Dermaroller verwenden.

Welche Erfahrungen haben Kunden gemacht?

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Die meisten Kunden merken schon bereits nach den ersten drei Behandlungen deutliche Verbesserungen des Hautbildes, wenn es sich um Akneflecken und kleinere, oberflächliche Narben handelt. Bei Dehnungsstreifen und tieferen Narben können die Verbesserungen des Hautbildes sich erst nach den ersten zehn Anwendungen zeigen, da das Gewebe auf einer tieferen Ebene regeneriert wird.

Zu welchem Ergebnis kommen Tests?

Im Internet kursieren zahlreiche Bilder von Vorher-Nachher-Bildern, die sich auf die Behandlungen mit dem Dermaroller beziehen. Bei solchen Bildern muss man allerdings aufpassen, denn bei einigen davon kann man sich nicht sicher sein, ob es sich tatsächlich um Menschen handelt, die mit einem Dermaroller behandelt wurden.

Dermaroller kaufen – Bei Amazon, Douglas, dm oder Apotheke?

Sie können einen Dermaroller sowohl in Drogeriemärkten erwerben (beispielsweise dm) als auch in einigen Apotheken. Douglas und Amazon bieten ebenso einige Modelle an. Sie sollten bei Ihrer Kaufentscheidung beachten, dass es sehr unterschiedliche Modelle gibt, sodass Sie sich für einen Anbieter entscheiden sollten, der Ihren Wünschen und Ansprüchen gerecht wird.

Der Preis – wie teuer ist ein Dermaroller?

Bei Amazon finden Sie Modelle, die sehr günstig sind, die Preisspanne beginnt da schon bei ca. 5€ und steigt mit der steigenden Qualität des Rollers.

Wenn Sie einen Roller im Einzelhandel erwerben wollen, finden Sie Dermaroller im Preisbereich von ca. 15 bis 35€. Sie sollten darauf achten, bei der Qualität des Rollers nicht zu sehr zu sparen, weil die Qualität der Nadeln für die Qualität der Behandlung ausschlaggebend ist.

Eine der beliebtesten Marken für Dermaroller ist “Hautliebe”. Dieser Dermaroller befindet sich im mittleren Preisbereich und bietet eine hohe Qualität der Nadeln, die nicht abbrechen und dünn verarbeitet sind. Eine etwas günstigere Alternative, die man bei Amazon findet, ist der Dermaroller von “DRS”, der auch als Medizinprodukt ausgezeichnet ist und sehr gute Rückmeldungen bekommt. Es gibt auch die Möglichkeit, einen elektrischen Dermaroller zu testen. In diesem Fall empfiehlt sich der Roller von TB/HP, der unterschiedliche Längen von Nadeln anbietet und sehr positive Rezensionen aufweist.

LESER HELFEN LESERN!
Wenn Sie bereits Erfahrungen gemacht haben mit einem Dermaroller, seiner Wirkung und auch seinen Nebenwirkungen, so lassen Sie es uns & die Leser wissen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag und tauschen Sie sich mit anderen Anwendern aus.
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Fazit

Wenn Sie mit kleinen Narben oder Dehnungsstreifen sowie Akneresten zu kämpfen haben, können Sie mit einem Dermaroller bei regelmäßiger Anwendung eine Verbesserung des Hautbildes erreichen. Sie sollten allerdings auf eine gründliche Desinfektion achten und die Haut nach der Behandlung von direkter Sonneneinstrahlung sowie möglichen Infektionsquellen fernhalten.


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2 KOMMENTARE

  1. Hallo, Danke für die Informationen. Handelt es sich bei dem Dermaroller um dieses Modell: Dermaroller 0,5 mm HAUTLIEBE?

    Würde mich über eine kurze Antwort freuen.

    • Hallo Marina. Dies ist ein rein informativer Beitrag und beschäftigt sich allgemein mit Dermarollern.
      Wir beziehen uns hier auf kein spezielles Modell. Ähnlichkeiten auf den Bildern mit bestimmten Produkten sind nicht beabsichtigt.

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