Humane Papillomaviren (HPV) ᐅ Schnell & übersichtlich informieren

HPV-Viren, besser bekannt unter dem Begriff „humane Papillomaviren„, können die Bildung von Warzen begünstigen, Geschlechtskrankheiten hervorrufen oder sogar zu Krebserkrankungen führen. Dabei laufen die allermeisten Infektionen fast unbemerkt ab 

In den meisten Fällen heilen diese selbstständig wieder ab. Trotzdem kann es durch diese Viren selbst nach langer Zeit noch zu bösartigen Wucherungen kommen. Lesen Sie bei uns mehr über die Gefahren des Humanen Papillomavirus.

HPV – Was sind Humane Papillomaviren?

HPV-Viren benötigen zur Vermehrung einen lebenden Organismus, einen Wirt. Und es gibt mehr als 200 unterschiedliche HPV-Typen.

In eher harmloseren Fällen führen diese nur zu unbedenklichen Warzen. Andere wiederum können jedoch auch zu bösartigen Veränderungen am Gebärmutterhals, an den Schamlippen, der Vulva, der Scheide, dem Penis, dem Afterbereich oder des Mund-/Rachenraums kommen. Dabei kommt ein Großteil aller Erwachsener zumindest einmal im Leben mit dem HPV-Erreger in Kontakt.

Trotzdem ist die Furcht vor der Ansteckung meist unbegründet, denn unser Immunsystem bekämpft die Erreger in den allermeisten Fällen zuverlässig.

Selbst krebsfördernde Typen verschwinden häufig so schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind – ganz ohne Behandlung. Auch bei einer langanhaltenden Infektion entsteht nur in sehr wenigen Fällen tatsächlich Krebs. Der häufigste durch HPV ausgelöste Krebs ist hier Gebärmutterhalskrebs.

Klassifikation von HPV

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Von den 200 bekannten HPV-Typen sind mittlerweile 124 Typen beschrieben.

30 Typen infizieren hauptsächlich die Haut und die Schleimhäute des Anus- und Genitalbereichs. Diese genitalen HPV-Typen können wiederum in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden, der Niedrigrisikotyp (low-risk) und der Hochrisikotyp (high-risk).

Bei Tumoren am Gebärmutterhals sind in 99,7 % der Fälle Hochrisiko-Typen ausgemacht worden.

Niedrigrisiko-Typen sind hingegen fast nie am Entstehen eines Zervixkarzinoms beteiligt. Falls überhaupt, meist im Zusammenhang mit einem Hochrisikotyp.

Die Unterschiede zwischen den low-risk und high-risk Typen sind detailliert:

  • low-risk-Viren:
    Zu dieser Gruppe zählen die Typen HPV 6 und 11. Sie sind die Hauptverursacher von Genitalbereichswarzen (auch bekannt unter Feigwarzen). Dieser Virus ist harmlos und nicht lebensgefährlich. Weitere Typen dieser Gruppe sind 40, 42, 43, 44, 54, 61, 70, 72, 81 und CP6108.
  • high-risk-Viren:
    Zu dieser Gruppe zählen die Typen HPV 16, 18, 31 und 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Bei fast sämtlichen Zervixkarzinomen ist ein Erreger aus der High-Risk-Gruppe nachweisbar. Auch Krebserkrankungen im After- und Mundbereich werden mit dem HPV-Virus assoziiert.
  • Mögliche high-risk-Viren:
    Hierzu zählen die Typen 26, 53 und 66.
  • Viren ohne eindeutige Risikozuordnung:
    Die Typen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 66 werden als krebserregend erachtet. Auch diese Typen finden sich im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen am Penis, des Anus, des Rachenbereichs und der äußerlichen Genitalorgane.

Häufigkeit

Während bei Frauen unter 30 Jahren die Infektionswahrscheinlichkeit bei bis zu 25 % liegt, sinkt sie bei über 30-jährigen Frauen auf bis zu 8 %. Eine Infektion verläuft meist harmlos und heilt über Monate bis hin zu anderthalb Jahren ab. Da die Immunität bei der Infektion eine große Rolle spielt, steigt das Infektionsrisiko bei Raucherinnen.

Im Rahmen einer Studie aus den USA zeigte sich, dass bei den teilnehmenden Probandinnen von 838 Frauen zwischen 14 und 19 Jahren knapp 18 % mit Papillomviren infiziert waren.

Zahlen zu Infektionen bei Männern gibt es bislang nicht, da es in diesem Bereich bisher keine reguläre Vorsorgeuntersuchung gibt. Das Risiko steigt jedoch enorm, sofern die Partnerin mit HPV infiziert ist. Über 70 % der Männer, bei welchen die Partnerin im Rahmen eines HPV-Screenings positiv getestet ist, waren ebenfalls infiziert. Diese Infektion führt jedoch meist ausschließlich zu einer kleinen Läsion am Penis. Die meisten infizierten Männer bemerken eine Infektion erst gar nicht.

Ansteckungswege und Übertragung HPV

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Einige HPV-Typen sind über normalen Hautkontakt übertragbar, insbesondere die Verursacher von harmlosen Warzen.

Die genitalen HPV-Typen, welche auch Krebs auslösen können, werden hingegen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Auch Oralverkehr ist eine Ansteckungsquelle.

Aber auch auf nicht-sexuellem Wege können Sie sich mit HPV infizieren, wobei dieser Übertragungsweg relativ selten ist. So kann es zum Beispiel bei der Geburt zu einer Übertragung der Viren von der Mutter auf das Kind kommen. Hierbei kommt es häufig zu gutartigen Wucherungen im Kehlkopfbereich des Neugeborenen.

Eine Übertragung ohne Kontakt mit Schleimhäuten gilt bisher als nicht möglich. Da die Viren bei Infizierten nicht ins Blut, Speichel oder Sperma übergehen gelten Übertragungswege durch Küssen, Blutspenden, den Speichel oder Stillen als nicht möglich.

Ob die Viren auch über verunreinigte gemeinschaftlich genutzte Gegenstände wie Toiletten oder Handtücher übertragen werden können ist bislang strittig. Theoretisch gilt diese Ansteckungsform als nicht ausgeschlossen, wobei die Übertragung durch Sexualkontakt als der primäre Ansteckungsweg gilt.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit der Viren ist relativ lang, sie dauert mindestens 21 Tage, kann jedoch auch Monate oder Jahre dauern.

Innerhalb der ersten zwei bis drei Monate kann es zum Entstehen von Genitalwarzen kommen, wobei es auch hier deutlich länger dauern kann, bis erste Warzen sichtbar sind.

Wie lange ist HPV ansteckend?

Häufig wird der Virus innerhalb von Monaten selbstständig vom Immunsystem beseitigt. Knapp 90 Prozent aller Infizierten gelten nach ein bis zwei Jahren als Virenbefreit.

Hier ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, ob nicht doch eine kleine Menge der Viren übrig bleibt oder ob der Virus tatsächlich komplett verschwindet. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass eine Übertragung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erfolgen kann.

Daneben bleibt die Infektion bei 10 bis 20 Prozent der Infizierten über einen sehr langen Zeitraum bestehen (Persistenz). Diese Betroffenen gelten weiterhin als wahrscheinlich ansteckend.

Ursachen & Risikofaktoren

Humane Papillomviren sind sogenannte DNA-Viren. Die Erbinformationen sind ähnlich wie die menschliche DNA auf einem entsprechenden Strang gespeichert. Zur weiteren Vermehrung benötigen die Viren unbedingt menschliche Zellen.

Bei einer Infektion schleusen die Viren ihr Erbgut in die entsprechende menschliche Wirtszelle (Zellen der Haut- oder der Schleimhaut). Die erkrankten Zellen bilden daraufhin fortlaufend neue Viren. Im Laufe der Zeit platzt die Zelle des Wirts auf und stirbt. Neue Viren werden freigesetzt und befallen weitere menschliche Zellen. So breitet sich der Virus weiter aus.

Bestimmte Typen können dafür sorgen, dass unkontrolliert Tumore an Haut und Schleimhaut entstehen, was wiederum zu bösartigen Tumoren führt.

Krankheitsfolgen bei Infektion mit HPV

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Einmal angesteckt können die Viren jahrelang inaktiv weiterleben. Dies gilt für beide Typen des Virus – sowohl für die low-risk-Typen, als auch für die high-risk-Typen.

HPV-Viren gehören neben Hepatitis-B und C, dem EBV-Virus, dem HTLV-1-Virus und dem HHV-8-Virus zu der Gruppe der humanen cancerogenen Viren, welche für bis zu 15 Prozent der Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Bei einer Ansteckung in Kombination mit einem Gendefekt kann es zu einer chronischen HPV-Infektion kommen.

Einen pauschalen Krankheitsverlauf der Viren gibt es nicht, während eine Infektion sogar unbemerkt verlaufen kann, können bestimmte Typen Krebs auslösen.

Eine Infektion mit dem Virus bedeutet keine Immunität, was bedeutet, dass Sie sich mehrfach mit HPV infizieren können.

Warzen

Bei einer Infektion mit dem Virus kommt es häufig zu Feigwarzen. Besonders Warzen im Mund-, After- und Genitalbereich sind ein Symptom der Krankheit. Aber auch einige andere Warzenarten werden durch HPV ausgelöst.

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(Alle Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Thema Warzen)

Krebserkrankungen

Eine Infektion mit dem Virus kann zu dem Entstehen verschiedener Krebserkrankungen führen. Der Erreger gilt primär verantwortlich für das Entstehen folgender Krebserkrankungen:

  • Gebärmutterhalskrebs:
    Eine Infektion mit dem Virus gilt als Hauptverantwortlicher für das Entstehen von gebärmutterhalskrebs. Bei 100 Gewebeproben von Gebärmutterhalstumoren weisen 99 humane Papillomviren auf.
  • Vulva- und Scheidenkrebs:
    Vier von zehn Erkrankten von Vulva- oder Scheidenkrebs sind infiziert mit HPV-Viren. Auch beim Scheidenkrebs sind sieben von zehn Erkrankten mit dem Virus infiziert. Besonders eine chronische Form der Infektion mit dem Typ HPV 16 oder 33 gilt als Hochrisikofaktor.
  • Penistumore:
    Eine sehr seltene Krebserkrankungen ist Peniskrebs. Insbesondere ältere Männer sind erkrankt. Auch hier sind knapp 50 % der Erkrankten mit dem HPV-Virus infiziert. Aber auch eine Phimose, chronische Entzündungen im Penis oder eine Photochemotherapie können ein Auslöser sein. Eine Impfung kann hier schützen.
  • Analkarzinom:
    Sehr selten ist auch das Analkarzinom, welches nicht zu verwechseln ist mit Enddarmkrebs. Bei einem sehr großen Anteil der Krebserkrankten mit Analkarzinom sind die Hochrisiko-Typen des Virus beteiligt.
  • Kopf-Hals-Tumore:
    Zu dieser Krebsform gehören Tumore im Mund, Rachen, der Rachenmandeln oder aber Kehlkopfkrebs. Besonders bestimmte Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich werden durch den Virus ausgelöst. Auch für Kehlkopfkrebs gilt der Virus als einer der Hauptauslöser.

Übersicht – HPV Typen & Krankheitsfolgen

Die einzelnen Typen des Virus unterschieden sich stark voneinander. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen guten Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen HPV-Typen:

HPV-Typen Krankheitsfolgen
HPV Typ 6 und 11 („low risk“) Condylomata acuminata („Feigwarzen“, Viruswarzen der Schleimhaut) und Buschke-Löwenstein-Tumor
HPV Typ 6 und 11 („low risk“) sowie 16, 18 und 31 („high risk“) Condylomata plana (werden je nach Lokalisation als CIN, VIN, VAIN, AIN und PIN bezeichnet)
HPV Typ 16, 18, 45 und 31 („high risk“) Cervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN): kann zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen
HPV Typ 16 und 18 („high risk“) Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinome)
HPV Typ 16 („high risk“) – (fast ausschließlich dieser Typ) Bowenoide Papulose, meistens bei Männern als Penile intraepitheliale Neoplasie (PIN, Viruswarzen des Penis): kann zu Erythroplasie und Peniskarzinom führen
HPV Typ 16, 18, 45 und 31 („high risk“) Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN, Viruswarzen der Vulva)
HPV Typ 16, 18, 45 und 31 („high risk“) Vaginale intraepitheliale Neoplasie (VAIN, Viruswarzen der Scheidenschleimhaut)
HPV Typ 16, 18, 45 und 31 („high risk“) Anale intraepitheliale Neoplasie (AIN, Viruswarzen des Anus)
HPV Typ 13 und 32 („low risk“) Morbus Heck (Viruswarzen der Mundschleimhaut)
HPV Typ 1, 2, 3 und 4 Verruca vulgaris (gewöhnliche Hautwarze)
HPV Typ 1, 2, und 4 Verruca plantaris („Dornwarzen„, Plantarwarze)
HPV Typ 3 und 10 Verruca plana juvenilis (Flachwarzen, juvenile flache Warzen)
HPV Typ 7 „Fleischerwarze“
HPV Typ 5 und 8 („intermediate risk“), sowie gelegentlich auch die anderen Typen der EV-Gruppe: 5, 8, 9, 12, 14, 15, 17, 19, 20, 21 und 47 Epidermodysplasia verruciformis (EV)

Symptome von humanen Papillomaviren

Die Form der Symptome variiert sehr stark und folgt keinem geordneten Muster. Einzelne Symptome nach einer Infektion können hier sein:

  • Feigwarzen
  • Spitze Kondylome
  • Genitalwarzen im Anus- und Intimbereich
  • Nässegefühl wie Jucken, Brennen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Gelegentlich sind auch Schmerzen möglich
  • Sofern Feigwarzen nicht behandelt werden kann es zu blumenkohlartigen Wucherungen, welche das umliegende Gewebe zerstören, kommen.

Identifikation von HPV – Diagnose & Untersuchungsmethoden

Zur Diagnose wird der behandelnde Arzt neben einer ausführlichen Annamnese noch weitere Untersuchungsmethoden anwenden. Welche diese sind, erklären wir Ihnen folgend:

Die Anamnese

Der erste Schritt beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus ist die Anamnese, Klärung der medizinischen Vorgeschichte des Patienten, durch einen Arzt. Fragen können in diesem Zusammenhang sein:

  • Wo genau sind die Beschwerden /Hautveränderungen?
  • Besteht genitaler Juckreiz/Brennen?
  • Traten unerklärbare Blutungen auf?
  • Häufiger Wechsel des Sexualpartners?
  • Sind veränderte Schleimhautstellen aufgefallen oder Warzen?
  • Zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Medikamente oder Vorerkrankungen?

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss kommt es zur Untersuchung des ganzen Körpers. Häufig lassen sich erste Symptome in Form von Warzen recht schnell erkennen. Bei einer verdächtigen Warze schickt der behandelnde Arzt eine Probe der Warze zur weiteren Abklärung in ein Labor ein.

Im Zuge der körperlichen Untersuchung kann es auch zur Untersuchung der Vagina oder des Penis kommen, um Veränderungen ausfindig zu machen. Auch die Untersuchung der inneren Vagina, der Eichel und des Harnröhrenausgangs sind möglich.

Bei Verdacht ist außerdem eine Spiegelung des Analkanals möglich.  

Zellabstrich

Ab dem zwanzigsten Lebensjahr machen Gynäkologen zur Krebsfrüherkennung entsprechende Zellabstriche vom Gebärmutterhals. Die Abstriche werden aufbereitet und begutachtet.

Zur Auswertung dient eine entsprechende Skala, der sogenannte Pap-Test.

Kolposkopie

Unter dem Begriff Kolposkopie wird die erweiterte Spiegelung der Vagina bezeichnet. Hier kommt das sogenannte Kolposkop (Kolpo = Scheide; skopie = Betrachtung), also eine Art Mikroskop, zum Einsatz.

Hierdurch können selbst kleinste Veränderungen oder Blutungen am Gebärmutterhals, dem Muttermund, den Scheidenwänden oder der Vulva erkannt werden.

Biopsie

Sofern beim Abstrich oder bei der Kolposkopie Auffälligkeiten festgestellt werden, wird der behandelnde Arzt Gewebeproben aus dem Genitalbereich entnehmen und untersuchen lassen.

Hierzu kann erkranktes Gewebe entweder ausgeschabt werden oder mit einem scharfen Löffel abgetragen werden.

Wann und für wen ist ein HPV Test sinnvoll?

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Ein HPV Test zeigt schnell, ob eine Infektion nachweisbar ist. Auch der entsprechende Virustyp kann hierdurch schnell ausfindig gemacht werden.

Besonders die Verwendung am Gebärmutterhals gilt als sehr aussagekräftig. Ein Test an anderen Körperregionen gilt hingegen als weniger geeignet.

Der Test ist in unterschiedlichen Versionen verfügbar. Erst bei Frauen ab 30 Jahren wird er zusammen mit dem Pap-Test empfohlen. Auch zur Beurteilung des Therapieerfolgs nach einer Behandlung von Krebs- oder dessen Vorstufe gilt der Test als gut geeignet.  

Ersetzt der HPV Test die Krebsvorsorge?

Eine HPV Test ersetzt NICHT die Krebsvorsorge. Er ist lediglich ein Indikator für eine mögliche Infektion. Bei nicht eindeutigen Befunden zu einer eventuellen Krebserkrankungen kann der Test jedoch die Einschätzung der Krankheit erleichtert.

HPV bekämpfen – Behandlungsmöglichkeiten

Um HPV Viren zu beseitigen, ist es primär wichtig zu identifizieren, mit welchem Typ Sie sich infiziert haben. Kondylome oder Hautwarzen können individuell behandelt werden.

Das Loswerden der lästigen Virenstämme ist nicht immer einfach. Da die Viren an sich nur selten komplett beseitigt werden, kommt es oft zu Rückfällen.

Als weitere Therapieformen kommen folgende Behandlungen in Frage:

Vereisung

Bei einer Vereisung (oder auch Kryotherapie) oberflächlichen Kondylomen oder Hautwarzen trägt der behandelnde Arzt flüssigen Stickstoff in Form von Spray oder einem Stäbchen auf die erkrankte Hautstelle auf. Das Gewebe stirbt daraufhin ab. Der Virus selbst überlebt diese Behandlung jedoch.

Elektrokauter

Auch der Elektrokauter wird vom Arzt eingesetzt. Er wird ähnlich wie die Vereisung eingesetzt. Elektrischer Strom zerstört das erkrankte Gewebe. Auch hier wird der eigentliche Virus jedoch nicht zerstört.

Auch nach einer operativen Entfernung kommt der Kauter zum Einsatz. Er verbrennt angrenzendes Gewebe und senkt somit das Rückfallrisiko.

Operative Verfahren

HPV-Symptome können auch operativ entfernt werden. Die erkrankte Körperstelle wird lokal betäubt, anschließend wird die Wucherung wahlweise mit einem scharfen Löffel, einer Elektroschlinge oder einer chirurgischen Schere herausgeschnitten.

Lasertherapie

Die Lasertherapie kommt häufig bei infizierten Warzen zum Einsatz. Das Gewebe wird vor der Behandlung lokal betäubt, anschließend werden die Wucherungen herausgetrennt und verdampft.

Medikamente gegen HPV

Besonders Warzen im Genital- und Analbereich können auch gut mit Medikamenten behandelt werden. Wahlweise gibt es hier verschreibungspflichtige Arzneimittel oder Medikamente, welche Sie rezeptfrei kaufen und anwenden können.

Da auch hier ein hohes Rückfallrisiko besteht, sollten Sie die betreffende Stelle regelmäßig kontrollieren und im Zweifel dem behandelnden Arzt wieder vorstellen.

Wie sieht der Krankheitsverlauf aus?

Eine Infektion hat keinen geregelten, charakteristischen Krankheitsverlauf. Teilweise bleibt eine Erkrankung komplett unbemerkt. Aber auch beim Auftreten von Symptomen ist eine Spontanheilung möglich. Die meisten Infektionen heilen innerhalb von nur wenigen Monaten selbstständig ab.

Auch eine ausgeheilte Infektion bietet jedoch keinen Schutz vor einer erneuten Ansteckung.  

Humane Papillomaviren vorbeugen

Das Ansteckungsrisiko bei diesen Viren ist relativ groß. Die Viren sind weit verbreitet, viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie ansteckend sind.

Den besten Schutz vor humanen Papillomaviren ist eine gute Hygiene und ein starkes Immunsystem.

Das Barfußlaufen in Schwimmbädern, Sauna-Anlagen, öffentlichen Umkleidekabinen und Hotelzimmern sollte zudem vermieden werden. Auch sollten Textilien wie Handtücher, Waschlappen oder Socken nicht geteilt werden und regelmäßig bei hoher Temperatur gewaschen werden.

Im sexuellen Bereich bietet die Verwendung eines Kondoms den besten Schutz vor einer Ansteckung. Trotzdem kann es hier zu einer Ansteckung durch Schmierinfektion kommen.

HPV Impfung

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Eine HPV Impfung schützt vor einer Ansteckung mit dem Virus. Während die Impfung früher ausschließlich für Mädchen empfohlen wurde, gilt die Impfempfehlung mittlerweile auch für Jungen.

Idealerweise sollte die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Impfung gilt als gut verträglich und relativ sicher.

Als Nebenwirkungen kann es zu Schmerzen oder Rötungen rund um die Einstichstelle kommen. Zudem sind im Zusammenhang mit der Impfung folgende Nebenwirkungen möglich:

  • Kopf- oder Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel
  • Müdigkeit

Die Impfung darf nicht bei fieberhaften Erkrankungen erfolgen.

Kosten einer Impfung

Die Kosten der Impfung werden bei Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch verpasste Impfungen vor dem 18. Lebensjahr werden von den Krankenkassen gezahlt.

Weitere Möglichkeiten

Auch nach einer erfolgreichen Impfung sollten Mädchen unbedingt regelmäßig an der empfohlenen gynäkologischen Krebs-Früherkennungsuntersuchung teilnehmen.

FAQ – Häufige Fragen zu HPV

Alle weiteren wichtigen Fragen rund um den HPV-Virus beantworten wir Ihnen folgend kurz und bündig.

Sollte ich mich testen lassen, wenn mein Partner HPV hat?

Ja, sofern der Partner erkrankt ist, sollten Sie sich unbedingt auch auf den Virus testen lassen.

Wie lange ist HPV ansteckend?

Dies Frage ist noch nicht 100 % geklärt. Sicher ist jedoch, dass es auch nach Abheilen einer Infektion zu einer erneuten Infektion kommen kann.

Kann ich mich erneut mit HPV anstecken?

Ja, mit HPV können Sie sich auch mehrfach anstecken.

Wirken Kondome vorbeugend gegen HPV?

Kondome bieten im sexuellen Bereich den besten Schutz vor den Viren. Trotzdem kann es auch mit der Verwendung eines Kondoms zu einer Übertragung durch Schmierinfektion kommen.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für eine HPV Impfung?

Die Kosten der Impfung werden bei Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch verpasste Impfungen vor dem 18. Lebensjahr werden von den Krankenkassen gezahlt.

LESER HELFEN LESERN

Wenn Sie bereits Erfahrungen gemacht haben mit HPV, so können Sie gerne Ihre Erfahrungen mit uns & den Lesern teilen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag und tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus.
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Fazit

Das HPV Virus ist hoch ansteckend, Ansteckungsquellen lauern überall. Trotzdem gilt der sexuelle Kontakt als Hauptansteckungsquelle.

In jungen Jahren schützt eine Impfung zuverlässig, aber auch später ist eine gute Hygiene, Safer-Sex und das Meiden von Barfußlaufen in öffentlichen Einrichtungen der beste Schutz.

Sollte es doch zu einer Infektion kommen, brauchen Sie keine Panik haben. Der Großteil der Erreger führt zu keinen Symptomen und nur vereinzelte Typen des Virus sind tatsächlich Krebserregend.


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