IBUPROFEN ᐅ Schadet der Wirkstoff dem Herzen?

Ibuprofen ist weltweit einer der meistgekauften rezeptfreien Wirkstoffe zur Behandlung von Schmerzen.

Dennoch steht dieses Antirheumatikum im Verdacht, das Risiko für Erkrankungen von Herz und Blutkreislauf zu erhöhen und unfruchtbar zu machen. Doch was ist dran an diesen Aussagen und wie gefährlich ist Ibuprofen wirklich?

Außerdem geben wir wichtige Hinweise, was vor der Einnahme dieses nichtsteroidalen Entzündungshemmers zu beachten ist und beantworten schließlich einige häufig gestellte Fragen zu diesem Pharmakon.


 Informationen zum Wirkstoff

  • Name: Ibuprofen
  • CAS-Nummer: 15687-27-1
  • Formel: C13H18O2
  • Molmasse: 206.28 g·mol-1
  • Mittlere Halbwertszeit: ca. 2.0 H
  • Q0-Wert: 1.0
  • Kindstoff(e): Ibuprofen natrium-2-Wasser (CAS 527688-20-6), Ibuprofen lysin (CAS 57469-77-9), Ibuprofen DL-lysin (CAS 57469-76-8)


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Der Wirkstoff Ibuprofen

Dieser pharmazeutische Wirkstoff hemmt die Synthese von sogenannten Prostaglandinen. Prostaglandine sind Hormone, die nicht nur an der Entstehung von Entzündungen und Fieber beteiligt sind, sondern auch an Schmerzen. Sie tragen also wesentlich dazu bei, dass sich zum Beispiel ein Kniegelenk entzündet und schmerzt.

Ibuprofen wirkt dem Entzündungsprozess entgegen, lindert den Schmerz und senkt das Fieber.

Die Wirkung dieses Mittels ist also rein symptombezogen, beseitigt also nicht die Ursachen von Beschwerden oder Erkrankungen.

Anwendungsgebiete

Der Wirkstoff wirkt bei Entzündungen und Schmerzen, insbesondere bei:

  • Entzündungen der Gelenke
  • schmerzhaften Schwellungen von Sportverletzungen
  • Zahnschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Regelschmerzen
  • Fieber

Darreichungsformen

Der Entzündungshemmer wird überwiegend hergestellt als:

  • Tablette
  • Weichkapsel 
  • Schmelztablette 

Den Wirkstoff gibt es aber auch in Form von:

  • Trinkgranulate
  • aromatisierte Säfte (vor allem für Kinder) 
  • Zäpfchen
  • Gelpräparate oder Salben (Für Sportler/Patienten mit schmerzenden Gelenken oder Muskeln)
  • Injektionspräparate (Ampullen)

Alle diese Arzneiformen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, solange für die Anwendung bei Erwachsenen eine Dosierung von 400 mg nicht überschritten wird.

Anwendungshinweise – Ibuprofen richtig dosieren

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Tabletten gibt es in den Dosierungen mit 400, 600, 800 und 1000 mg (= 1 g) des Wirkstoffes pro Einheit.

Rezeptfrei sind nur Dosierungen bis 400 mg. Alle anderen Dosierungen sind rezept- und damit verschreibungspflichtig.

Wie hoch die Einzeldosis einer Tablette ist und wie hoch die Dosis sein darf, die während eines Tages eingenommen werden kann (Tagesdosis), geht aus dem jeweiligen Beipackzettel des Medikaments hervor.

Die maximale Tagesdosis sollte nicht über 2400 mg liegen.

Jugendliche sollten nicht mehr als 3 x pro Tag 400 mg von diesem Wirkstoff einnehmen.

Nebenwirkungen von Ibuprofen

Leider ist es so, dass dieser Arzneistoff nicht nur segensreiche Wirkungen mit sich bringt, sondern auch Nebenwirkungen, die zwar sehr selten auftreten, aber gänzlich unerwünscht sind.

Es sind dies insbesondere die folgenden:

  • Sodbrennen
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Magengeschwüre (gastrointestinale Beschwerden)

Diese Nebenwirkungen haben ihre Ursache darin, dass das Mittel die Neubildung von Magen- und Darmschleimhäuten hemmt, die Magen und Darm schützend umkleiden.

Weitere Nebenwirkungen können sein:

  • allergische Reaktionen
  • Veränderungen des Blutbildes
  • eingeschränkte Funktion von Leber und Niere

Überdosierung

Wer unbeabsichtigt oder auch in voller Absicht diesen Entzündungshemmer überdosiert (zum Beispiel mehr als die maximale Einzeldosis), riskiert verstärkte Nebenwirkungen – insbesondere Magen und Darm betreffend. Möglich sind sogar gravierende Wirkungen, wie zum Beispiel innere Blutungen, Leber- und Nierenschädigungen.

Sollte eine Überdosierung erfolgt sein, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Eventuell gelingt es auch – durch provoziertes Erbrechen – die Tablette wieder aus dem Körper herauszubringen.

WICHTIGER HINWEIS:

Bei bestehender Medikation und über individuelle Fälle sprechen Sie vor Einnahme bitte unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Ausführlichere Hinweise entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage. Hinweise zu Neben- und Wechselwirkungen sind nicht allgemeingültig. Nicht jede Information ist für jeden Patienten relevant.

Verdacht auf Überdosierung oder Vergiftung? Hier ein Überblick der Giftnotrufzentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Was ist VOR der Einnahme zu beachten?

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Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb Ibuprofen nicht eingenommen werden sollte.

Bei bereits vorliegende Beschwerden und Krankheiten im Magen-Darm-System sollten sie auf die Einnahme verzichten. Darunter zählen etwa Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm, entzündliche Prozesse im Magen, chronische Darmentzündungen und Morbus Crohn.

Auch dann, wenn bereits bekannt ist, dass gegenüber anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern Unverträglichkeiten vorliegen, sollte auch Ibuprofen nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Ibuprofen kann die Wirkungen und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente drastisch erhöhen.

Das gilt zum Beispiel für das Herzmedikament Digoxin, Phenytoin (bei Epilepsie) und Lithium (bei psychischen Erkrankungen).

Der Arzneistoff kann aber auch das Gegenteil bewirken. So können die gerinnungshemmende Wirkung von ASS (Acetylsalicylsäure) und die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten abgeschwächt werden.

Auch die Wirkung von oral eingenommenen Diabetes-Arzneien können durch gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen deutlich verstärkt werden, wohingegen harntreibende Mittel eine deutlich reduzierte Wirkung aufweisen.

Gegenanzeige – Wer darf Ibuprofen nicht nehmen?

Während der ersten 6 Monate einer Schwangerschaft kann dieses Pharmakon prinzipiell eingenommen werden. Es versteht sich allerdings von selbst, dass hierbei mit dem Arzt ein eventuell vorliegendes Risiko für das ungeborene Leben gegen einen schmerzstillenden Nutzen noch sorgfältiger als sonst abgewogen werden muss. Diese Überlegungen gelten natürlich auch für die Stillzeit, obwohl bisher nicht beobachtet werden konnte, dass bei Säuglingen Nebenwirkungen auftraten, wenn die Mutter das Mittel in dieser Zeit eingenommen hatte. Dennoch ist nachgewiesen worden, dass dieser Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Wenn Ibuprofen aber im letzten Drittel der Schwangerschaft eingenommen wird, besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen. Nimmt die werdende Mutter das Mittel unmittelbar vor der Geburt ein, können die Wehen unterdrückt werden.

Menschen mit vorangegangen Nierenerkrankungen, sollten auf eine Einnahme von Ibuprofen gänzlich verzichten.

ACHTUNG – Schadet Ibuprofen dem Herzen?

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Bisherige Studien legen zumindest den Verdacht nahe, dass insbesondere eine Daueranwendung von Ibuprofen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

So zeigen Untersuchungen, dass bestimmte Erkrankungen – wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, aber auch Schlaganfall – häufiger auftreten, wenn Entzündungshemmer eingenommen werden. Insbesondere gilt diese Aussage bei Patienten, die besonders hohe Dosen an Ibuprofen einnehmen oder bereits an Krankheiten des Herzens und des Blutkreislaufs leiden.

Eine jüngere dänische Studie erhärtet den Verdacht, dass Schmerzmittel wie der hier analysierte Arzneistoff zu Herzproblemen führen können, die bis zum Herzstillstand reichen. Dies scheint aber nur dann zuzutreffen, wenn diese Schmerzmittel regelmäßig über Monate eingenommen werden.

FAQ – Häufige Fragen zu Ibuprofen

Insbesondere bei einer Arznei, die gewisse Risiken birgt, ist vor der Einnahme eine intensive Auseinandersetzung mit den Wirkstoffen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen mehr als sinnvoll. Hier zahlt es sich aus, lieber einmal mehr zu fragen, um zu einer sicheren Entscheidung für oder gegen die Einnahme zu gelangen.

Das ist auch der Grund, warum uns zahlreiche Fragen zu diesem Wirkstoff erreichen. Die häufig gestellten Fragen möchten wir deshalb an dieser Stelle kurz für Sie beantworten:


Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie an?

Bei einer normal dosierten Tablette beginnt die Wirkung von Ibuprofen etwa nach 30 Minuten und erreicht nach etwa 2 bis 3 Stunden ihr Maximum. Danach hält die Wirkung noch weitere 2 bis 3 Stunden an, allerdings mit abnehmender Stärke. Diese Wirkungskurve weicht aber von Anwender zu Anwender etwas ab.

Wenn man die Arznei zu einer Mahlzeit einnimmt, tritt die Wirkung meist nicht schon nach 30 Minuten, sondern später ein. Die Einnahme zum Essen hat aber den Vorteil, dass das Mittel verträglicher ist.

Ist Ibuprofen rezeptpflichtig?

Die 400 mg-Dosierung ist nicht verschreibungs- und damit auch nicht rezeptpflichtig. Alle anderen Dosierungen – also 600, 800 sowie 1000 mg – sind rezeptpflichtig. Dies gilt auch für Ampullen, die diesen Pharmawirkstoff enthalten.

Was ist die maximale Tagesdosis von Ibuprofen?

Für Jugendliche im Alter von 15 Jahren liegt die maximale Tagesdosis bei 1200 mg. Erwachsene können bis zu 2400 mg dieses pharmazeutischen Wirkstoffes pro Tag einnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Ibuprofen und Ibuflam?

Bei Ibuprofen handelt es sich um einen Wirkstoff, bei Ibuflam um ein Medikament auf Ibuprofen-Basis.

Kann ich Ibuprofen mit Alkohol einnehmen?

Ärzte warnen ganz allgemein eindringlich davor, Arzneien mit Alkohol einzunehmen, weil es so zu nicht vorhersehbaren Wechselwirkungen und deutlicheren Nebenwirkungen kommen kann als ohne Einnahme von Alkohol.


LESER HELFEN LESERN

Wenn Sie bereits Erfahrungen gemacht haben mit dem Wirkstoff Ibuprofen, seiner Wirkung und auch seinen Nebenwirkungen, so lassen Sie es uns & die Leser wissen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag und tauschen Sie sich mit anderen Anwendern aus.
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Alternativen zu Ibuprofen

Als Alternativen bieten sich Medikamente mit den Arzneistoffen Paracetamol und Naproxen an.

Fazit

„Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift ist!“
– Paracelsus (1493–1541)
Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph

Diese weise Erkenntnis des berühmten Arztes Paracelsus gilt auch für den Entzündungshemmer Ibuprofen: Dieser Wirkstoff greift tief ins Stoffwechselgeschehen des menschlichen Organismus ein – umso umsichtiger hat die Verordnung durch den Arzt und die Dosierung in Eigenverantwortung zu erfolgen.

Schmerzmittel wie auch Ibuprofen können Ihren Nutzen nur dann im vollem Umfang und ohne größere Nebenwirkungen entfalten, wenn diese gewissenhaft und nach den Vorgaben der jeweiligen Packungsbeilage eingenommen werden.


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