ACHTUNG! ▷ Knorpelschaden – OP & Transplantation der einzige Ausweg?

Bei Knorpelschaden ist eine OP häufig der einzige Ausweg. Für Schmerzlinderung kann kurzfristig auch eine Stillegung oder Schonung des entsprechenden Gelenks sorgen. Langfristig kann allerdings in den meisten Fällen nur eine Operation helfen. Wir haben uns mit diesem Thema näher auseinandergesetzt und informieren nachfolgend ausführlich rund um das Thema Knorpelschaden


 Informationen zur Krankheit

  • Bezeichnung: Knorpelschaden, Chondropatie
  • Typ: krankhafte Veränderung des Gelenkknorpels
  • ICD-Codes: M22.4, M24.1, M80-M94, M96

Was verbirgt sich hinter einem Knorpelschaden?

Der Begriff Knorpelschaden ist lediglich ein Synonym für Chondropathie, bei welcher es sich um unterschiedliche Arten von Erkrankungen der Knorpelgewebe im menschlichen Körper handelt. Beschwerden in den Knorpeln können verschiedene Ursachen haben und sowohl in jüngeren Jahren zum Beispiel nach einer Sportverletzung sowie bei einer Arthrose in fortgeschrittenem Alter auftreten. Häufig ist bei einer Chondropathie nicht nur das Knorpelgewebe, sondern ebenfalls der angrenzende Knochen betroffen. In diesem Fall sprechen die Mediziner von einer Osteochondropathie.

Jedes Gelenk ist mit einer Knorpelschicht überzogen. Auf diese Weise kommt es bei einer Bewegung zu wenig Reibung zwischen den Gelenkpartnern. Der Gelenkknorpel, ebenfalls unter der Bezeichnung hyaliner Knorpel bekannt, besteht hauptsächlich aus Wasser. Aus diesem Grund verfügt der Knorpel über elastische, stoßdämpfende und reibungsarme Eigenschaften.

Bei der Belastung des Gelenks werden verbrauchte Nährstoffe aus dem Knorpel gepresst. Wird das Gelenk entlastet, saugt sich der Knorpel mit neuer Gelenkschmiere und neuen Nährstoffen voll. Der Knorpel hat eine nur sehr geringe Regenerationsfähigkeit. Ein Knorpelschaden kann daher zu einem dauerhaften Defekt führen.

Symptome eines Knorpelschadens

Die Beschwerden bei einem Knorpelschaden sind davon abhängig, wie der Defekt entstanden ist. Dieser kann plötzlich durch eine Verletzung oder einen Unfall sowie schleichend zum Beispiel bei Verschleiß eintreten. Zudem sind die Beschwerden abhängig von der Lokalisation des Schadens. Im Allgemeinen treten die folgenden Symptome bei einem Knorpelschaden auf:

  • Unbestimmtes Druckgefühl an den betroffenen Stellen im Frühstadium
  • Schmerzen bei Bewegung, später auch im Ruhezustand
  • Schmerzen bei Druck auf das betroffene Gelenk
  • Durch Schmerzen verursachte Bewegungseinschränkungen
  • Gelenkergüsse mit Schwellungen

Da der Knorpel selbst über keine Nerven verfügt, haben Betroffene bei einer langsam fortschreitenden Chondropathie in der Regel im Anfangsstadium keine Beschwerden.

Welche Körperteile können betroffen sein?

Von einem Knorpelschaden können lediglich Gelenke betroffen sein. Am Häufigsten betroffen sind in der Regel die Körperteile

  • Schulter
  • Hüfte
  • Knie
  • Sprunggelenk

Knie bzw. Kniescheibe

Das Kniegelenk gehört zu den am stärksten beanspruchten Gelenken und ist aus diesem Grund besonders anfällig für Verschleiß. Hierbei sind nicht nur die Kontaktflächen zwischen Ober- und Unterschenkelknochen betroffen, sondern ebenfalls die Rückfläche der Kniescheibe. Zu den häufigsten orthopädischen Diagnosen handelt es sich um die retropatellare Chondropathie (Knorpelschaden hinter der Kniescheibe).

Ein derartiger Defekt am Knorpel tritt häufig in jüngeren Jahren auf. Kinder sind ebenfalls häufig von der Osteonchondrosis dissecans betroffen. Hierbei handelt es sich um eine gestörte Durchblutung eines Knochenareals unterhalb des Gelenkknorpels. Im weiteren Verlauf stirbt der Knochenabschnitt ab.

Schulter, Ellenbogen und Handgelenk

Schäden an den Knorpeln entstehen nicht nur durch Verschleiß, sondern können auch bei Verletzungen oder chronischer Fehlbelastung auftreten. Eine Fehlbelastung des Schultergelenks oder des Ellenbogens kann zum Beispiel bei den Sportarten Tennis oder Schwimmen eintreten. Durch ein muskuläres Ungleichgewicht verlagert sich der Oberarmkopf aus dem Zentrum der Schultergelenkspfanne. In der Folge kommt es zu einer Chondropathie am Schultergelenk.

Fuß, Sprunggelenk und Hüfte

Chondropathie tritt ebenfalls häufig am Fuß oder an den Hüften auf. Wer beispielsweise mit dem Fuß umknickt, beispielsweise beim Fußball, kann sich dadurch nicht nur die Bänder und Knochen, sondern ebenfalls den Knorpel verletzten. Das Hüftgelenk hält im Laufe des Lebens großen Belastungen stand. Darüber hinaus ist dieses Gelenk lediglich mit einer dünnen Knorpelschicht überzogen, weshalb es im fortgeschrittenen Alter nicht selten zu einer Chondropathie an der Hüfte kommt.

Am Hüftgelenk kann aber auch eine spezielle Form der Chondropathie, der sogenannten Epiphysiolysis capitis femoris auftreten. Bei dieser jugendlichen Hüftkopflösung kommt es zur Lösung des obersten Teils des Oberschenkelknochens und verrutscht. Diese Erkrankung betrifft meist männliche Jugendliche in der Pubertät, nicht selten in Verbindung mit Übergewicht.

Kann auch die Nase betroffen sein?

Von einem Knorpelschaden kann auch die Nase betroffen sein. Diese dann allerdings weniger aufgrund von Verschleiß oder Überbelastung, sondern vielmehr als Folge von Verletzungen und Unfällen. Besonders interessant ist, dass Wissenschaftler der Universität Basel nun herausgefunden haben, dass abgenutzte Knorpel am Knie mit Knorpelzellen aus der Nase repariert werden können.

Für diese Studie wurden bei sieben von insgesamt 25 Probanden kleine Gewebeproben aus der Nasenscheidewand entnommen. Aus diesen Proben wurden Knorpelzellen isoliert und vermehrt und daraufhin auf einem Gerüst aufgebracht, um ein Knorpelstück von ausreichender Größe zu erzeugen. Dieses gezüchtete Knorpelgewebe wurde durch beschädigtes Knorpelgewebe bei den Probanden ersetzt. Erste Ergebnisse scheinen vielversprechend zu sein. Die Ergebnisse diese Studie können in der auf Englisch verfassten Fachzeitschrift Science Translational Medicine nachgelesen werden.

So können Sie einen Knorpelschaden vorbeugen

Knorpelschäden, welche nicht durch Unfälle oder Verletzungen entstanden sind, können durch einigen Maßnahmen vorgebeugt werden. Wichtig hierbei ist die richtige Belastung der Gelenke. Regelmäßige Bewegung in jedem Alter kann ebenfalls einer Chondritis vorbeugen. Einseitige Belastungen sollten dabei allerdings vermieden werden. Gut geeignet sind Sportarten wie Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren. Darüber hinaus sollte durch frische und gesunde Ernährung auf das Gewicht geachtet werden. 

Behandlung mit Medikamenten – Was ist sinnvoll?

Medikamente können Operationen herauszögern und vorübergehend Schmerzen lindern. Bei Chondritis eignen sich die folgenden Medikamente:

  • Leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen
  • Antirheumatika ohne Kortison in Form von Salbe, Gel oder Spray
  • Gelenkschmerzen können durch Tabletten mit Glucosaminsulfat gelindert werden
  • Wärmende Salben wirken häufig gut bei Gelenkschmerzen
  • Schmerzlindern und entzündungshemmend wirken Salben mit Beinwellenextrakten

Unterstützend wirken pflanzliche Wirkstoffe wie zum Beispiel Teufelskralle

Alternative Behandlungsmethoden

Zu den alternativen Behandlungsmethoden bei einem Knorpelschaden gehören die Physiotherapie sowie die Akupunktur. Physiotherapheutische Behandlungsmaßnahmen sollten stets begleitend vorgenommen werden. Spezielle Übungen können die betroffenen Gelenke mobilisieren und gleichzeitig den Muskel stärken.

Manuelle Techniken bieten die Möglichkeit, Gelenkblockaden zu lösen. Zu empfehlen sind Maßnahmen wie Wasser- und Wärmeanwendungen wie zum Beispiel Teilbäder, Fango, Moor und Rotlicht. Beschwerden bei Chondritis können ebenfalls mit Akupunkturbehandlungen gelindert werden. Darüber hinaus hält die Orthopädietechnik bei Knorpel- oder Gelenkschaden unterschiedliche Hilfsmittel wie Einlagen oder Fersenkissen bereit.

Letzte Möglichkeit: OP & Transplantation?

Bei einem stark ausgeprägtem Knorpelschaden oder wenn es keine Chance zur Regeneration gibt, kann eine Operation nötig werden. Der Knorpel kann beispielsweise mit einer Gelenkspiegelung geglättet oder gespült werden. Bei angeborenen Fehlstellungen kann eine OP das Gelenk wieder ausrichten und die Beschwerden vom Knorpelschaden lindern.

Ebenfalls möglich ist eine Transplantation von Knorpelgewebe. Dies stammt in der Regel aus dem eigenen Körper des Patienten oder wird künstlich im Reagenzglas gezüchtet. Ob eine Operation oder eine Transplantation bei einem Knorpelschaden nötig ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Bestimmung de Grades: 1, 2, 3 oder 4?

Ein Knorpelschaden wird in vier Untergruppen definiert:

  • Grad 1: Bei intakter Oberfläche kommt es zu einer Knorpelerweichung
  • Grad 2: Einrisse mit einer Tiefe von weniger als 50 Prozent der Knorpeldicke
  • Grad 3: Einrisse von mehr als 50 Prozent der Knorpeldicke, eventuell bis zur Knochenschicht
  • Grad 4: Vollständiger Knorpelschaden. Der Knochen unter dem Knorpel liegt frei
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Fazit

Ein Knorpelschaden muss nicht immer operativ behoben werden. Wenn es sich um einen schleichenden Defekt handelt, können vorbeugende Maßnahmen wie ausreichende Bewegung und Ernährung vorgenommen werden. Ebenfalls möglich ist eine medikamentöse Behandlung mit Salben oder Tabletten. Die häufigsten Knorpeldefekte entstehen an den Schultern, Hüften, Knien sowie den Sprunggelenken. Die Ursachen für einen Knorpelschaden sind vielschichtig und können von einem Unfall bis hin zur Arthrose reichen. 

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