NAPROXEN ᐅ Was Sie vor der Einnahme beachten sollten…

Neben Ibuprofen ist auch der schmerzstillende Wirkstoff Naproxen ein beliebtes Mittel der Wahl bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen. Zwar gilt der Wirkstoff generell als gut verträglich, trotzdem sollten Sie vor der Einnahme wichtige Hinweise beachten.

Wir haben für Sie sämtliche Informationen wie Wirkung, Einsatzspektrum und Anwendung zusammengestellt.


 Informationenen zum Wirkstoff

  • Name: Naproxen
  • CAS-Nummer: 22204-53-1
  • Formel: C14H14O3
  • Molmasse: 230,259 g/mol
  • Mittlere Halbwertszeit: ca. 14.0 H
  • Q0-Wert: 0.9
  • Kindstoff(e): Naproxen natrium (CAS 26159-34-2)

Was ist Naproxen?

naproxen struktur wirkung

Naproxen ist ein Arzneistoff mit schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung. Der Wirkstoff gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAID), die schmerzlindernde Wirkung geht auf die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase (COX) zurück. Durch die Unterdrückung dieses wichtigen Enzyms wird verhindert, dass der Körper neue Botenstoffe bildet, welche den Schmerz verursachen bzw.  verstärken.

Im Ergebnis wird der Schmerz gelindert, Entzündungsprozesse gemildert und Fieber gesenkt. In entzündetem Gewebe wird der Wirkstoff angereichert, was die entzündungshemmende Wirkung verstärkt.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs

naproxen anwendungsgebiete

Der Arzneistoff wird primär bei Erkrankungen verwendet, welche mit Schmerzen, Fieber oder entzündlichen Veränderungen einhergehen. Beispiele sind hierfür etwa chronische entzündliche Gelenkserkrankungen oder entzündliche rheumatische Beschwerden. Der Wirkstoff wird zudem angewendet bei Erkrankungen wie:

  • akute und chronische Entzündungen der Gelenke (Arthritis)
  • Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
  • Niedrig dosiert wird der Wirkstoff bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt wie etwa Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Regelschmerzen sowie bei Fieber. Wegen seiner langanhaltenden Wirksamkeit ist Naproxen auch zur Behandlung von länger andauernden Schmerzen gut geeignet.

Die Darreichungsform des Wirkstoffs variiert, hauptsächlich werden die entsprechenden Medikamente als Tabletten oder Kapseln angeboten, möglich ist jedoch auch die Darreichungsform als Brausetablette oder Pulver.

Die Einnahme empfiehlt sich zu den Mahlzeiten, ist aber auch auf nüchternen Magen möglich. Die reguläre Dosierung beträgt zwei- bis dreimal täglich in einem Abstand von acht bis zwölf Stunden, wobei eine Tageshöchstdosierung von 1250mg nicht überschritten werden darf.

Grundsätzlich ist die genaue Dosierungsempfehlung jedoch dem Beipackzettel des entsprechenden Medikaments zu entnehmen.

Mögliche Nebenwirkungen von Naproxen

Naproxen kann im Zuge der Einnahme zu Nebenwirkungen und unerwünschten Begleiterscheinungen führen. Mögliche Nebenwirkungen können sein:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Seh- und Hörstörungen
  • Reizbarkeit
  • Hautausschlag
  • plötzlich auftretende Schwellungen
  • Störung der Blutbildung
WICHTIGER HINWEIS:

Bei bestehender Medikation und über individuelle Fälle sprechen Sie vor Einnahme bitte unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Ausführlichere Hinweise entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage. Hinweise zu Neben- und Wechselwirkungen sind nicht allgemeingültig. Nicht jede Information ist für jeden Patienten relevant.

Verdacht auf Überdosierung oder Vergiftung? Hier ein Überblick der Giftnotrufzentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wechselwirkungen und Gegenanzeige

Lesen Sie vor der Einnahme von Naproxen unbedingt die Informationen über Wechselwirkungen und Gegenanzeigen um Überempfindlichkeitsreaktionen oder schlimme Nebenwirkungen zu vermeiden. Genaue Informationen hierüber finden Sie auch in diesem Fall im Beipackzettel des entsprechenden Medikaments. Generell finden sich bzgl. des Wirkstoffs folgende Informationen über mögliche Wechselwirkungen und wichtige Hinweise zur Einnahme:  

  • Die Einnahme von Naproxen empfiehlt sich nicht für Kinder unter 11 Jahren.
  • Auch von der Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit ist abzuraten bzw. ist diese nur bei zwingender Notwendigkeit empfehlenswert.
  • Der Wirkstoff darf nicht eingenommen werden bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.

Zudem darf der Wirkstoff nicht zusammen mit folgenden Medikamenten eingenommen werden:

  • Wirkstoffe zur Blutverdünnung
  • Substanzen zur Therapie von Herzschwäche oder Epilepsie
  • Glukokortikoide
  • Bei der parallelen Einnahme von Naproxen und Acetylsalicylsäure zur Blutverdünnung verliert ASS die Wirksamkeit. Die Einnahme der beiden Wirkstoffe muss daher zeitversetzt stattfinden.
  • Bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten mit einer ähnlichen Wirkung wird das Risiko für Nebenwirkungen deutlich gesteigert.
  • Bei der synchronen Einnahme gerinnungshemmender Medikamente besteht eine erhöhte Blutungsgefahr.
  • Auch die Wirkung anderer Medikamente kann bei gleichzeitiger Einnahme mit Naproxen verstärkt oder abgeschwächt werden.

ⓘ Achtung:
Aufgrund der zahlreichen möglichen Nebenwirkungen und Anwendungshinweise ist es empfehlenswert, vor der Einnahme immer ärztlichen Rat einzuholen, sofern Sie während der Einnahme auch andere Arzneimittel einnehmen müssen.

Naproxen vs. Ibuprofen – was sind die Unterschiede?

naproxen oder ibuprofen

Quelle: shop-apotheke.com

Der wohl bekannteste schmerzstillende Wirkstoff ist Ibuprofen. Zwar ist Naproxen weniger bekannt, kann aber bzgl. Wirkung und Verträglichkeit durchaus mit dem Schmerzkiller mithalten. Die Unterschiede der beiden Schmerzmittel liegen hier im Detail, denn während die Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen sehr ähnlich gelagert sind, ist es vor allem die Halbwertszeit, welche den kleinen aber entscheidenden Unterschied zwischen den Arzneimittelstoffen ausmacht.

Denn während Ibuprofen eine Halbwertszeit von nur zwei bis drei Stunden aufweist, ist diese bei Naproxen mit einer Halbwertszeit von zehn bis achtzehn Stunden, durchschnittlich fünfzehn Stunden, deutlich höher.

Aufgrund dieses Unterschieds ist auch die genaue Anwendungsindikation abweichend, denn Naproxen eignet sich aufgrund der hohen Halbwertszeit in unserem Körper insbesondere zur Behandlung von lange anhaltenden bzw. chronischen Schmerzen. Der Nachteil im Vergleich zu Ibuprofen ist dagegen, dass auch die Liste der möglichen Nebenwirkungen entsprechend länger ist und diese vergleichsweise stärker auftreten.

Naproxen in Salben, Tabletten und Co. | Anwendung & Dosierung

Je nach Krankheitsbild variiert auch die empfohlene Darreichungsform von Naproxen. Neben Tabletten, Kapsel und Pulver gibt es den Wirkstoff auch in Salbenform. Lesen Sie bzgl. der genauen Anwendung und Dosierung unbedingt die Empfehlungen aus der Packungsbeilage des jeweiligen Produkts.  

Naproxen in Dolormin

Auch das Medikament Dolormin für Frauen und Dolormin GS enthält den Wirkstoff Naproxen. Während das Arzneimittel Dolormin für Frauen speziell für Beschwerden vor und während der Menstruation konzipiert ist, legt das Medikament Dolormin GS seinen Fokus auf die Behandlung von Gelenkschmerzen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Naproxen eignet sich der Wirkstoff in beiden Fällen ideal zur Behandlung von länger anhaltenden Schmerzen im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen.

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Erfahrungen mit Naproxen

Bei Erfahrungsberichten von bisherigen Käufern schneidet Naproxen zwar bei den Punkten Wirksamkeit und Anwendung gut bis sehr gut ab, bzgl. der Verträglichkeit scheiden sich jedoch die Geister.

Denn während einige Patienten das Arzneimittel offensichtlich gut vertragen, klagen andere Käufer über Nebenwirkungen wie starke Bauchschmerzen, Blähbauch und starken, wiederkehrenden Durchfall.

Auch Erfahrungsberichte über schwere Nebenwirkungen wie Herzrasen, Kälteanfälle oder Aggressionen finden sich in den Kundenrezensionen.

naproxen erfahrungen

Quelle: sanego.de

Wo können Sie Naproxen kaufen?

Während niedrigdosierte Naproxen-Medikamente frei verkäuflich sind, sind hoch dosierte Potenzen rezeptpflichtig.

Rezeptfreie Medikamente erhalten Sie neben Apotheken und Onlineapotheken auch in großen Onlineshops wie Amazon oder Ebay.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Naproxen?

Lesen Sie in unseren nachfolgenden FAQ’s die Antworten auf die häufigsten Fragen zu dem schmerzstillenden Wirkstoff.

Wie schnell wirkt Naproxen?

Der Wirkstoff wirkt sehr schnell. Kunden berichten von einer schmerzstillenden Wirkung innerhalb der ersten 15 Minuten.

Was ist Naproxen von Ratiopharm?

Ratiopharm bietet den Wirkstoff in dem Produkt „ Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten“ an. Das Medikament ist in den Größen zehn oder zwanzig Filmtabletten erhältlich und eignet sich zur Therapie von Erkrankungen die mit Fieber und leichten bist mäßig starken Schmerzen einhergehen.

Sind Medikamente mit Naproxen rezeptfrei?

Ja nach Wirkpotenz in dem Medikament ist Naproxen rezeptfrei oder rezeptpflichtig erhältlich.

Kann Naproxen bei Migräne helfen?

Naproxen hilft grundsätzlich bei Schmerzen unterschiedlichster Ursache und kann daher prinzipiell auch bei Migräne eingesetzt werden. Aufgrund des sehr individuellen Krankheitsbilds von Migräne empfiehlt es sich jedoch auf ein Arzneimittel, welches direkt auf die Erkrankung ausgelegt ist, zurückzugreifen.

Begünstigt Naproxen eine Gewichtszunahme?

Wir konnten keine Informationen dazu finden, dass der Wirkstoff eine Gewichtszunahme fördert. Im Zweifelsfall ist es ratsam, dass Sie sich hier an Ihren Arzt oder Apotheker wenden.

Fazit

Naproxen punktet hauptsächlich durch seinen schnellen Wirkeintritt und seiner sehr langen Halbwertszeit. Vor allem chronische oder langanhaltende Schmerzen können mit dem Medikament ideal therapiert werden.

Kundenerfahrungen zeigen jedoch, dass nicht alle Patienten das Medikament vertragen und mit teilweise heftigen Nebenwirkungen wie starken Durchfällen oder Herzrasen reagieren.

Besprechen Sie die Einnahme daher unbedingt vorab mit Ihrem behandelnden Arzt, beachten Sie die Informationen der Packungsbeilage zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und die Hinweise zur Einnahme bei Vorerkrankungen.


Quellverzeichnis anzeigen
  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie; 11. Auflage Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 2013
  • Lemmer, B. & Brune, K. (Hrsg.): Pharmakotherapie – Klinische Pharmakologie; 14. Auflage, Springer Medizin Verlag Heidelberg; 2010

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