WARNUNG! ᐅ Ödeme DRINGEND vom Arzt prüfen lassen, wenn…

Schwellungen an den Beinen sind nicht nur ein unschöner Anblick, sondern können auch zu Schmerzen führen. Sogenannte Ödeme können aber auch an anderen Körperteilen vorkommen. Wie kommt es eigentlich zu Wassereinlagerungen im Gewebe? Wann ist eine ärztliche Behandlung unausweichlich? DAS sollten Sie wissen…


 Informationen zur Krankheit

  • Bezeichnung: Ödeme
  • Typ: Schwellung von Gewebe aufgrund von Flüssigkeitseinlagerungen
  • ICD-Codes: R60, I50.1, G93.6

Eine Definition – Was ist ein Ödem?

Bei einem Ödem handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im körperlichen Gewebe. Dabei tritt diese aus den Gefäßen aus und häuft sich im umliegenden Gewebe an. Auch wenn diese Flüssigkeit nicht nur Wasser enthält, sondern auch Proteine, spricht man umgangssprachlich gerne von einer Wassersucht.

Sobald sich eine gewisse Menge an Flüssigkeit im Gewebe ansammelt, kommt es zu einer Schwellung. Die darüber liegende Haut beginnt zu spannen. Ödeme kommen oft an Beinen vor, jedoch können auch andere Körperbereiche betroffen sein.

Wie erkenne ich ein Ödem? – Die Symptome

Bei Ödemen kann man folgende Symptome feststellen:

  • geschwollene Beine
  • geschwollene Fußknöchel
  • geschwollene Hände
  • Wasseransammlung im Bauchraum
  • andere geschwollene Körperteile wie Gesicht, Augen

Ein Ödem ist dadurch gekennzeichnet, dass das geschwollene Gewebe bei Druck von außen – mit einem Finger – mit einer Delle reagiert. Diese bleibt dann für einen gewissen Zeitraum so bestehen, bis sie sich langsam wieder zurückzieht. Anschließend erscheint das Gewebe wieder glatt.

Durch die Wasseransammlung wird das Gewebe sehr dicklich und die Haut beginnt teilweise zu glänzen. Der aufbauende Druck im Gewebe kann sich zu Schmerzen entwickeln. Meist sind bei Wasseransammlungen in den Beinen, Füßen, Armen und Händen immer Extremitäten betroffen.

Kann es Komplikationen geben?

Auch bei gesunden Personen können Ödeme auftreten. Insbesondere leichte Knöchelödeme sind nach längerem Stehen oder Sitzen möglich. Bei großer Hitze, in der Schwangerschaft sowie bei Frauen, die kurz vor der Periodenblutung stehen können ebenfalls Wasseransammlungen im Gewebe entstehen. Normalerweise bilden sich diese Ödeme aber wieder ohne weitere Probleme zurück.

Ursachen – Die Entstehung von Ödemen

Handelt es sich aber um stärker ausgeprägte Ödeme, dann können auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinter stecken. Diese können beispielsweise sein:

  • Nierenkrankheiten, wie Nierenentzündung
  • Leberkrankheiten, wie Leberzirrhose
  • Herzerkrankungen, wie Herzschwäche
  • Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenfehler
  • Venenerkrankungen, wie Venenschwäche, Krampfadern (Varizen) sowie Blutgerinnsel in den Venen (Thrombose)
  • Störungen des Abflusses der Lymphe, wie beispielsweise eine Fehlanlage, nach Operationen oder bei Krebserkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Reaktion auf Medikamente, bspw. blutdrucksenkende Medikamente und Schmerzmittel

Welche Arten von Ödemen kann es geben?

Meist treten Ödeme in den Extremitäten auf, jedoch können diese Wasseransammlungen auch im Kopf, im Gesicht und am Bauch auftreten.

Ödem im Kopf – Hirnödem

Ein Hirnödem stellt eine Form der Hirnschwellung dar. Dabei kommt es durch eine Schädigung der sogenannten Blut-Hirn-Schranke zu einem Ödem. Es lagert sich also Flüssigkeit im Gehirn ein. Das Hirnödem ist eine Folge von folgenden möglichen Erkrankungen:

  • Tumore
  • Entzündungen
  • Gefäßprozessen
  • Vergiftungen
  • Verletzungen
  • Operationen
  • Kreislaufstillstand
  • Verringerter Sauerstoffpartialdruck der Atemluft (zum Beispiel beim Höhenbergsteigen)

Ödeme am Bauch

Ödeme, die anfangs an Extremitäten auftreten, können sich im fortgeschrittenen Stadium auch in Körperhohlräumen wie der Bauchhöhle oder dem Brustkorb ansammeln. Ödeme im Bauchbereich können weitere verschiedene Ursachen haben:

  • Östrogen-Dominanz bei Frauen
  • salzreiches Essen
  • Leberzirrhose (sogenannte Aszites)
  • sogenannter „Hungerbauch“ (bei verhungernden Kindern)

Ödem an Beinen, Armen und Gesicht

ödeme bein symptome

Ödeme an den Füßen oder Beinen, die nicht aufgrund heißer Temperaturen entstanden sind, können bei einer Schwäche der rechten Herzkammer, durch eine Venenschwäche oder Nierenerkrankung auftreten. Sie zeigen sich dann an beiden Beinen. Zunächst schwellen die Füße im Knöchelbereich oder auf dem Fußrücken an. Dann wandern die Ödeme an den Beinen bis zu den Oberschenkeln nach oben.

Meist entstehen die Schwellungen zu Beginn nur am Abend. Über Nacht ziehen sich die Ödeme wieder zurück. Jedoch bleiben sie schließlich permanent bestehen. Auch im Gesicht kann sich unerwünschte Flüssigkeit einlagern, insbesondere im Bereich der Augen.

Was macht der Arzt?

Der Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf die Verteilung der Ödeme, tastet die Leber und hört die Lungen ab. Zudem macht er einen sogenannten Hautfaltentest. Dadurch kann er feststellen, ob es sich um eine eiweißarme Flüssigkeitseinlagerung oder ein eiweißreiches Lymphödem handelt.

Um die Grunderkrankung zu diagnostizieren, werden weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall-, Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt. Dann wird entschieden welche Behandlungsmethode für den Patienten in Frage kommt.

Möglichkeiten ein Ödem zu behandeln

Die Behandlung von Wasseransammlungen hängt von der Ursache der Erkrankung ab. Je nach dem wird dann die Behandlung der Grunderkrankung vorgenommen, denn diese hat Priorität. Wenn eiweißarme Ödeme, die beispielsweise durch eine Herzschwäche hervorgerufen werden, vorliegen, dann wird der behandelnde Arzt entwässernde Medikamente (sogenannte Diuretika) verschreiben. Diese sollen die Flüssigkeit aus dem Körper schwemmen. Die Beschwerden und Schmerzen der Patienten werden so gemindert.

Welche Medikamente gibt es gegen Ödeme?

Aufgrund der verschiedenen Ödem-Arten und Ursachen gibt es auch unterschiedliche Medikamente. Einige können ohne Rezept erworben werden, andere sind verschreibungspflichtig und können nur in der Apotheke gekauft werden.

Rezeptfreie Medikamente

  • Wachholderbeeröl
  • Aescin
  • rote Weinlaubblätter
  • Bromelain

Rezeptpflichtige Medikamente

  • Chlortialidon
  • Furosemid
  • Dexamethson
  • Torasemid

Selbsthilfe gegen Ödeme – Was kann man selber tun?

Bei leichten, normalen Wasseransammlungen, können Betroffene auch selbst Abhilfe mit folgenden Hausmitteln schaffen:

Trinken von Entwässerungstees:
Diese beinhalten Pflanzen, die viel Kalium enthalten, und die Entwässerung des Körpers fördern. Diese Tees eignen sich besonders gut:

  • Brennnesseltee
  • Grüner Tee
  • Johanniskrauttee (beeinflusst die Wirkung der Antibabypille)

Verzicht auf salzreiches Essen:
Salz lagert Wasser ein, so dass Sie damit sehr sparsam beim Würzen und Kochen umgehen sollten.

Essen von entsprechenden Lebensmitteln:
Einige Nahrungsmittel haben eine entwässernde Wirkung. Dazu gehören:

  • Reis
  • Kartoffeln
  • Ananas
  • Erdbeeren
  • Fenchel
  • Kopfsalat

Hochlegen der Beine:
Das Hochlagern von dicken Beine auf einen Stuhl oder auf die Couch kann helfen, dass sich die Wasseransammlungen zurückziehen.

Durchführen von durchblutungsfördernde Maßnahmen:
Kneipp-Bäder sind berühmt für ihre fördernden Effekte hinsichtlich einer guten Durchblutung. Dabei werden Gefäße und Muskeln durch warmes und kaltes Wasser im Wechsel gesund gehalten. Dabei steigt die Durchblutung in den Füßen an und die Venen pumpen verstärkt Blut zurück. Folglich nimmt die Wasseransammlung im Gewebe wieder ab.

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Fazit

Bei leichten Wasseransammlungen muss man nicht in Panik verfallen und kann zunächst auf einige Hausmittel zurückgreifen. Sieht es aber nach einem verstärkten Ödem aus, sollte man unbedingt einen Arzt konsultieren, damit die eigentliche Ursache des Ödems festgestellt und effektiv behandelt werden kann.


Quellverzeichnis anzeigen

  • A. Fiebig et al.: Heritability of chronic venous disease, in: Human genetics, 127.6, 669-674; pub. 2010
  • H. Greten et al.: Innere Medizin – ein Lehrbuch, 13. Auflage, Thieme Verlag, 2010
  • I. Moll: Dermatologie. Thieme Verlag. 7. Auflage 2010
  • E. Rabe, R.M. Bauersachs, F. Pannier, S. List: Venenerkrankungen der Beine, Heft 44, Robert-Koch-Institut (RKI)

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