VORSICHT! ▷ Schleimbeutelentzündung – Was hilft wirklich?

schleimbeutelentzündung knie

Eine Schleimbeutelentzündung ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern schränkt den oder die Betroffene/n ebenfalls im Alltag ein. Wir haben uns mit diesem Krankheitsbild näher beschäftigt und informieren über Wissenswertes und Wichtiges rund um die Bursitis. Welche Maßnahmen helfen? Und welche Maßnahmen sind gefährlich? Wir klären auf!

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Bei den Schleimbeuteln handelt es sich um kleine Säckchen, welche als Puffer bei mechanischer Belastung fungieren. Die Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllt. Sind die Sehnen einem zu starken Druck oder Zug ausgesetzt, soll der Schleimbeutel die Reibung sowie den Druck abfangen und minimieren. Kommt es zu einseitigen Bewegungen oder Verletzungen, kann eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, entstehen. Die Schleimbeutel liegen über den Knochenvorsprüngen und haben die Funktion, das Weichteilgewebe, wie zum Beispiel Sehnen, Muskeln und Haut, zu schützen.

Ein besonderer Schutz ist in den Bereichen der großen Gelenke wie beispielsweise Schultern, Ellenbogen oder Knien wichtig. Menschen, welche an einem Hallux Valgus leiden, erkranken häufig zusätzlich an einer Bursitis. Durch übermäßigen Druck verdickt sich dabei der Schleimbeutel im Zehenballenbereich, so dass es zu einer Reibung im Schuh kommen kann. In der Folge entzündet sich der Schleimbeutel und es kommt zu schmerzhaften Schwellungen.

Wie entsteht diese Entzündung?

Bei übermäßig starken Beanspruchungen können sich die Schleimbeutel, bei welchen es sich in der Regel um eher flache Bindegewebssäckchen handelt, immer mehr mit Flüssigkeit sammeln. Ist der Schleimbeutel schließlich prall gefüllt, kommt es zu einer schmerzhaften Schleimbeutelentzündung. Unbehandelt kann die Bursitis über einen längeren Zeitraum zu Kalkablagerungen im Schleimbeutel kommen. Zusätzlich können sich um Bursis bindegewebige Zwischenwände bilden. Zu den häufigsten Ursachen der Schleimbeutelentzündung gehören:

  • Dauerhafte Überlastungen oder ein ständiger Druck auf dem Schleimbeutel. Hierbei entstehen kleine Verletzungen, was häufig beim Sport oder im Beruf vorkommt. Zu den Risikogruppen gehören Hand- und Volleyballer oder Fliesenleger und Reinigungspersonal.
  • Unfälle oder Schläge. Hierbei kann der Schleimbeutel verletzt werden.
  • Infektionen: Erreger können durch verletztes Gewebe in den Schleimbeutel gelangen.
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel Gicht.

Wo kann so eine Entzündung entstehen?

Schleimbeutelentzündungen entstehen überwiegend in der Nähe von Gelenken wie zum Beispiel Ellenbogen, Knie, Hüfte oder Schulter. Eine Bursitis kann allerdings ebenfalls am Fuß, wobei es in diesem Bereich eher die Ferse betrifft, auftreten.

Schleimbeutelentzündung & Hallux Valgus

hallux valugs füße

Bei einer chronischen Schleimbeutelentzündung treten die Symptome immer wieder oder über einen längeren Zeitraum auf. Gerade bei einem Hallux Valgus ist eine chronische Schleimbeutelentzündung eine oft vorkommende Begleiterscheinung. Im Bereich des Großzehballens bildet sich dann eine chronische Bursitis.

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Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung?

Die Dauer einer Schleimbeutelentzündung ist von einer Reihe verschiedener Faktoren abhängig. Neben der Position des betroffenen Schleimbeutels sind ebenfalls Art, Behandlung und Auslöser der Entzündung an der Dauer verantwortlich. Tritt die Schleimbeutelentzündung an der Schulter oder den Knien auf, beträgt die Dauer erfahrungsgemäß ein wenig länger. Sollte es sich bei dem Auslöser der Schleimbeutelentzündung um eine bakterielle Infektion handeln, ist in der Regel ein operativer Eingriff nötig und die Heilung zögert sich hinaus.

Ebenfalls mit einer langen Entzündungsdauer ist zu rechnen, wenn die Schleimbeutelentzündung unbehandelt bleibt und die Betroffenen sich nicht schonen. Bei richtiger Behandlung und vorübergehender Ruhigstellung muss mit einer Entzündungsdauer von 3 bis 6 Wochen durchschnittlich gerechnet werden.

Wie sieht eine Schleimbeutelentzündung aus?

schleimbeutelentzündung ellenbogen

Wie auf dem Foto gut zu erkennen, hat sich der Schleimbeutel des Ellenbogens entzündet. Dies ist an einer Hautrötung sowie einer Schwellung am Ellenbogen zu erkennen.

Was kann man bei einer Schleimbeutelentzündung tun?

Bei einer Schleimbeutelentzündung sollte das betroffene Gelenk zunächst ruhig gestellt werden. Darüber hinaus können vom Arzt Tabletten oder Kapseln wie zum Beispiel Voltaren Resinat verschrieben werden. Voltaren Resinat ist sowohl apotheken- sowie rezeptpflichtig. Bei diesem Arzneimittel handelt es sich um einen sogenannten COX-Hemmer, da der Wirkstoff Diclofenac ein Enzym mit dem Namen Cyclooxygenase (COX) hemmt. Darüber hinaus hat Voltaren Resinat eine schmerzstillende Wirkung. Voltaren Resinat kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen wie:

  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Magengeschwüre
  • Magenblutungen
  • Blähungen
  • Magenschleimhautentzündungen

Bei Auftreten dieser Nebenwirkungen sollte das Medikament abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.

Bandagen

Diese Frage kann prinzipiell mit ja beantwortet werden. Bandagen entlasten, schützen und stützen die Gelenke und die Knochen. Aufgrund der Elastizität der Bandagen sitzen diese an den betroffenen Stellen bequem und schützen das Gelenk gleichzeitig vor Überbeanspruchung. Bandagen haben eine Reihe von Vorteilen:

  • Sie entlasten und stützen Gelenk und Knochen
  • Gelenke und Knochen werden aktiviert, wodurch die Beweglichkeit gefördert wird
  • Bei Stürzen oder Kontaktsportarten können Bandagen schützen
  • Darüber hinaus sind Bandagen atmungsaktiv, schwitzfrei, faltenfrei und antibakteriell

Bandagen gibt es für unterschiedliche Gelenke wie zum Beispiel Handgelenk, Knie, Oberarm oder Schulter.

Massage

Mit Massagen können Beschwerden in einem schmerzhaften Gelenk gelindert werden. Massagen fördern die Durchblutung, können Schwellungen reduzieren und vermindern eine eventuelle Steifheit. Bei einer Schleimbeutelentzündung, die aufgrund einer Infektion entstanden ist, sollten Massagen allerdings vermieden werden.

Helfen Spritzen bei einer Schleimbeutelentzündung?

Sollte Ruhigstellen und Kühlen bei einer Schleimbeutelentzündung nicht zu einer Linderung oder Besserung führen, besteht ebenfalls die Möglichkeit, mit einer Spritze gegen die Schmerzen vorzugehen. Hierbei wird in der Regel ein lokales Betäubungsmittel sowie Cortison injiziert. Auf diese Weise wird die Entzündung des Schleimbeutels gehemmt. Darüber hinaus kann die Notwendigkeit bestehen, überschüssige Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel abzusaugen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei der Anwendung von Cortison Spritzen kann es allerdings zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Hierzu gehört zum Beispiel eine bakterielle Entzündung an der Einstichstelle. Aufgrund der äußerst strengen Hygienemaßnahmen kommt es allerdings relativ selten zu einer derartigen Entzündung.

Bei einer weiteren Nebenwirkung handelt es sich um eine Verletzung des umliegenden Gewebes bei einer Gabe der Cortison Spritze. Hierbei handelt es sich um eine Verletzung der Nerven, Blutgefäße, Knorpeloberflächen oder der Sehnen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass es nach der Gabe von Cortison zu Hitzewallungen, Zwischenblutungen bei Frauen oder verstärkten Schmerzen kommt.

schleimbeutelentzündung frau

Gibt es Hausmittel gegen eine Schleimbeutelentzündung?

Zusätzlich können einige Hausmittel bei einer Schleimbeutelentzündung zur Linderung führen. Wir haben uns diese Hausmittel im Rahmen unserer Recherchen angesehen und führen die wirksamsten Methoden nachfolgend auf.

  • Kalte oder warme Kompressen? :

    Während der ersten 24 bis 48 Stunden nach einer beginnenden Schleimbeutelentzündung können kalte Kompressen eine Verschlimmerung der Entzündung eindämmen. Kälte betäubt die betroffenen Gelenke, reduziert die Schmerzen und sorgt für eine verringerte Empfindlichkeit. Ist die Schleimbeutelentzündung bereits chronisch oder die ersten 24 Stunden sind bereits vergangen, sind warme Kompressen zu empfehlen. In diesem Fall verbessert die Wärme den Blutfluss um Gelenk, sorgt für eine verminderte Steifheit und unterstützt die Heilung.

  • Ingwer:

    Bei Ingwer handelt es sich um ein natürliches Schmerzmittel. Ähnlich wie Aspirin oder Ibuprofen enthält Ingwer entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Darüber hinaus wird bei einer Anwendung von Ingwer die Durchblutung gefördert, womit es zu einer raschen Heilung kommt.

  • Rizinusöl:

    Die in Rizinusöl enthaltene Ricinolsäure wirkt entzündungshemmend und lindert Schmerzen. Darüber hinaus kann Rizinusöl die Schwellung im Gelenk reduzieren, wodurch die Beweglichkeit verbessert wird.

  • Kurkuma:

    Kurkuma enthält Curcumin. Diese Substanz wirkt gegen Entzündungen und lindert Schmerzen. Zudem hilft es, Schwellungen zu reduzieren. Kurkuma kann sowohl bei akuten sowie bei chronischen Schleimbeutelentzündungen angewendet werden.

  • Apfelessig:

    Mit einer alkalischen Wirkung kann Apfelessig den PH-Wert des Körpers ins Gleichgewicht bringen. Auf diese Weise werden Entzündungen reduziert, Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit verbessert.

  • Weidenrinde:

    Weidenrinde wirkt mit der Substanz Salicin, welche als natürliches Schmerzmittel angewendet werden kann. Es unterstützt dabei, Entzündungen zu reduzieren, Schwellungen zu mindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Fazit

Schleimbeutelentzündungen sind äußerst schmerzhaft und schränken den Alltag der Betroffenen stark ein. Es gibt allerdings eine Reihe von Möglichkeiten und Behandlungsmethoden, die bei einer Entzündung der Schleimbeutel zur Anwendung kommen können, um für eine rasche Linderung und Heilung zu sorgen.

 
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