Die Autoimmunerkrankung Hashimoto greift das Schilddrüsengewebe an, durch das es in der Folge zerstört wird. Kann das verhindert werden? Inwieweit hat Hashimoto Einfluss auf eine Schwangerschaft und Kinderwunsch? Wir klären auf und berichten über Symptome, Behandlungsmethoden sowie speziellen Diäten, die für Linderung sorgen sollen.


 Informationen zur Krankheit

  • Bezeichnung: Hashimoto
  • Typ: Krankheiten der Schilddrüse
  • ICD-Codes: E06

Was ist Hashimoto Thyreoiditis?

Bei Hashimoto Thyreoiditis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Dieses Syndrom ist ebenfalls unter dem Namen chronische Lymphozytäre Thyreoiditis bekannt. Die Schilddrüse befindet sich im Hals, unterhalb des Kehlkopfes und liegt an der Luftröhre. Dieses Organ produziert lebenswichtige Hormone, welche den Stoffwechsel, den Kreislauf, das Wachstum sowie die Psyche beeinflussen. Die Ursache für Hashimoto liegt im körpereigenen Abwehrsystem, wobei das Gewebe der Schilddrüse als „fremd“ eingestuft und vom Immunsystem angegriffen wird. Durch die Beteiligung des eigenen Immunsystems wird das Hashimoto Syndrom in der Medizin auch als Autoimmunthyreoiditis bezeichnet. Der Name dieser Schilddrüsenerkrankung geht auf den japanischen Chirurgen Dr. Hakaru Hashimoto zurück. Er entdeckte diese Krankheit im Jahr 1912.

Häufigkeit der Erkrankung

Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörten zu den häufigsten Schilddrüsen Erkrankungen die Schilddrüsenvergrößerung (Struma Diffusa) sowie Knoten in der Schilddrüse (Struma Nodosa). Seit etwa 10 bis 15 Jahren konnte jedoch auch ein Anstieg der Hashimoto Thyreoiditis beobachtet werden. Schätzungen zufolge sind inzwischen über 10 Prozent der deutschen Bevölkerung an diesem Syndrom erkrankt.

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Folgen der Hashimoto Krankheit

Zu Beginn der Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen, was zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen führt. Hierbei können Symptome auftreten wie:

  • Rast- und Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit
  • Hoher Blutdruck, Herzrasen
  • Gewichtsabnahme, Durchfall
  • Gesteigerte Angst
  • Muskelzittern, zitternde Hände
  • Schwitzen, Nervosität
  • Muskelschwäche
  • Heißhunger

Wer unter mehreren der vorgenannten Symptome leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, um im besten Fall die Hashimoto Thyreoiditis auszuschließen.

Bei Fortschreiten der Krankheit wird immer mehr Schilddrüsengewebe zerstört, so dass es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt. Die Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion können sehr vielseitig sein. Bei den typischen Symptomen für eine Hypothyreose handelt es sich um

  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Allgemeine körperliche Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit
  • Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen
  • Infektanfälligkeit, Kälteempfindlichkeit
  • Depressionen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Haarausfall, brüchige Fingernägel, trockene Haut
  • Blähungen, Verstopfung
  • Zyklusstörungen bei der Frau, Libidoverlust
  • Nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen
  • Anstieg der Blutfette
  • Herzrhytmusstörungen
  • Schwerhörigkeit, raue Stimme

Hashimoto Schwangerschaft und Kinderwunsch

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Bei Kinderwunsch müssen zunächst diejenigen behandelt werden, die Schilddrüsenunter- oder Überfunktionen haben, um für einen ausgeglichenen Stoffwechsel zu sorgen. Wer an einer Unterfunktion leidet, wird in der Regel ein Schilddrüsenhormon erhalten. Um eine optimale Wirkung des Hormons zu erzielen, wird eine Einnahme morgens nach dem Aufstehen nüchtern mit Wasser empfohlen. Die Einnahme sollte etwa 30 Minuten vor Kaffee und Frühstück erfolgen. Eine Überfunktion der Schilddrüse wird in der Regel mit Schilddrüsenhormon-Hemmern behandelt.

Die Behandlung von Hashimoto bei Kinderwunsch

Gleichzeitig zur Behandlung der Über- oder Unterfunktion müssen die Autoimmunattacken eingedämmt werden. Leider haben diese Medikamente eine Reihe von Nebenwirkungen, sodass sie bei einem Kinderwunsch oder während einer Schwangerschaft nicht eingesetzt werden können. In diesen Fällen raten die Mediziner zu einer gesunden Lebensführung, damit die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt werden kann. Zink und Selen können sich ebenfalls positiv auf das Immunsystem auswirken. Ist ein Kinderwunsch vorhanden, ist es das Ziel einer Behandlung von Hashimoto, normale Hormonverhältnisse sowohl an der Schilddrüse als auch an den Eierstöcken wiederherzustellen. Eine optimale Therapie ist in diesen Fällen nur bei einer engen Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Endokrinologen möglich.

Hashimoto und Schwangerschaft

Um eine beschwerdefreie Schwangerschaft erleben zu können, sind normale Schilddrüsenwerte von großer Wichtigkeit. Unbehandelte Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse können zu Fehlgeburten führen und die Frühwehen erhöhen. Schilddrüsenhormone müssen während einer Schwangerschaft aus diesem Grund unbedingt weiter eingenommen werden. Darüber hinaus sollten die Werte der Schilddrüse in regelmäßigen Abständen bestimmt werden.

Symptome – Wie erkenne ich Hashimoto?

Die Schilddrüse ist beim Schlucken sehr gut zu fühlen, denn sie bewegt sich mit dem Kehlkopf auf und ab. Die Form der Schilddrüse kann in etwa mit der Form eines Schmetterlings verglichen werden. In der Folge der atrophen Form von Hashimoto Thyreoiditis wird die Schilddrüse stetig kleiner. Die seltenere hypertrophe Form hingegen sorgt für eine vergrößerte Schilddrüse, wobei ein Kropf entsteht. Diese kann tastbar oder sogar sichtbar werden. Es kommt zu Schluckbeschwerden oder einem Druck- und Engegefühl am Hals, wobei es sich um mögliche Symptome für Hashimoto handeln kann.

Darüber hinaus kann es zu den typischen Symptomen für eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kommen.

Ursachen des Hashimoto Syndroms

Das Hashimoto Syndrom gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen und entsteht durch einen Fehler in der Körperabwehr. Gelangen schädliche Bakterien oder Viren in den Körper, wird das Immunsystem aktiv und bekämpft diese „Feinde“. Der Körper bildet spezielle Antikörper gegen die Eindringlinge, um diese auszumerzen. Zudem tritt das Immunsystem ebenfalls in Aktion, wenn einzelne Körperzellen infiziert oder geschädigt sind und aus diesem Grund eliminiert werden müssen. Bei einer Autoimmunkrankheit kommt es plötzlich zum Attackieren von gesundem Gewebe. Dies geschieht ebenfalls bei der Hashimoto Thyreoiditis, wobei das gesunde Gewebe der Schilddrüse angegriffen wird. Die Ursache dieses Fehlers ist bis heute nicht genau bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass eine bakterielle oder virale Infektion als Auslöser für diese Autoimmunkrankheit in Frage kommt.

Unbekannte Ursachen für die Hashimoto Erkrankung

Obwohl die genauen Ursachen für die Hashimoto Thyreoiditis nicht bekannt sind, ist sicher, dass der Ausbruch dieser Erkrankung in den Genen steckt. Aus diesem Grund sind Verwandte von Menschen mit dieser Autoimmunerkrankung häufiger betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das Syndrom wird allerdings nicht direkt weitervererbt.

Besteht bereits eine derartige Veranlagung, können große Mengen Jod die Krankheit verschlechtern oder frühzeitig zum Ausbruch bringen. Aus diesem Grund sollten Menschen, welche Verwandte mit Hashimoto haben oder selbst an dieser Krankheit leiden, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem Arzt Rücksprache halten.

Häufig tritt die Erkrankung mit anderen Autoimmunkrankheiten auf. Hierzu gehören die Hauterkrankung Weißfleckenkrankheit oder die Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus Typ I.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Hashimoto Thyreoiditis betrifft am häufigsten Frauen. Die Krankheit kann allerdings jeden Menschen in jedem Lebensalter betreffen. Bei Frauen ab 50 wird die Krankheit häufig erst spät oder gar nicht erkannt, denn die Symptome ähneln denen der Wechseljahre und werden in der Regel fehlgedeutet.

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Hashimoto Schub – Wahrheit oder Mythos?

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Obwohl es in der Wissenschaft umstritten ist, berichten einige Patienten über sogenannte Hashimoto Schübe. Bei einem Schub handelt es sich um Hashimoto typische Symptome, die an manchen Tagen verstärkt auftreten und dann wieder abklingen. Ein derartiger Schub kann zwischen einem und mehreren Tagen andauern. Jeder der betroffenen Patienten kann einen Schub anders empfinden und verstehen, weshalb mit diesem Begriff vorsichtig umgegangen werden sollte. Bestimmte Symptome können während eines Schubs in unterschiedlichen Kombinationen auftreten. Hierzu gehören:

  • Ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals, im Bereich der Schilddrüsen zudem ziehende Schmerzen und/oder gerötete und sich heiß anfühlende Haut
  • Grippegefühl ohne Fieber oder klassische Symptome wie Husten oder Schnupfen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Unterfunktionssymptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen etc
  • Geschwollene Augen
  • Trockene Haut mit teilweise gelblichen Verfärbungen
  • Haarausfall
  • Raue Stimme

Ob es sich tatsächlich um einen Hashimoto Schub handelt, können die Betroffenen nur selbst beurteilen. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Betroffenen einen stabilen Gesundheitszustand erreicht haben und optimal auf Medikamente eingestellt sind.

Ist Hashimoto heilbar?

Nein. Hashimoto Thyreoiditis ist nicht heilbar. Es können lediglich die Symptome behandelt werden, um die Krankheit einzudämmen. Die kann mit der Einnahme von Hormonen erfolgen.

Hashimoto Behandlungen und Therapien

Patienten, die an Hashimoto erkrankt sind, müssen sich auf eine lebenslange Behandlung durch Hormone einstellen. Die unkontrollierte Hormonfreisetzung nimmt im Laufe der Erkrankung wieder ab. In der Regel führt dies dazu, dass die anfängliche Überfunktion zu einer Unterfunktion führt. Damit sind dann plötzlich zu wenig Hormone vorhanden, so dass die Medikamente erneut eingestellt werden müssen.

Lebenslange Hormoneinnahme

Die tägliche Hormoneinnahme sollte regelmäßig täglich erfolgen, da der Körper auf diese Hormone angewiesen ist. Bei Hormonen handelt es sich um Botenstoffe, die für zahlreiche Vorgänge und Prozesse im Körper verantwortlich oder mitverantwortlich sind. Für die Hashimoto Therapie kommen in der Regel L-Thyroxine zum Einsatz, die künstlich hergestellt wurden. Diese spielen eine große Rolle in Bezug auf das Wachstum und die Entwicklung. Zudem wirkt es auf das Nervensystem und hat damit Einfluss auf die Stimmung. Darüber hinaus hat L-Thyroxin Einfluss auf die Muskulatur, das Herz und den gesamten Stoffwechsel.

Operationen an der Schilddrüse

Bei einem normalen Hashimoto Krankheitsverlauf kommt es nicht zwangsläufig zu einer Operation. Diese kann jedoch nötig werden, wenn es zu einer bösartigen Erkrankung an der Schilddrüse kommt. Darüber hinaus kann eine Operation nötig werden, wenn es zu einem starken Wachstum des betroffenen Organs kommt. Sollte dies zu mechanischen Komplikationen im Halsbereich führen, ist eine Operation nötig. Bei diesem Eingriff wird die Schilddrüse ganz oder teilweise entfernt. Allerdings muss eine derartige Operation nur sehr selten durchgeführt werden.

Hashimoto Diät und Ernährung

Bei der Hashimoto Erkrankung kommt es zu einer Beeinträchtigung der Schilddrüse. Das bedeutet, dass in diesen Fällen bestimmte Funktionen nicht mehr optimal ausgeführt werden können. Patienten, die an dieser Autoimmunerkrankung leiden, sollten auf eine gesunde Ernährung achten. Insgesamt sollten Betroffene etwas weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen, dafür mehr Obst und Gemüse essen. Zu viele Kohlenhydrate fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Fettsäuren.


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